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Bioelektrische Impedanzanalyse: Wie zuverlässig erfassen BIA-Geräte eine Veränderung der Körperkomposition?

Die bioelektrische Impedanzanalyse („BIA“) wird aufgrund ihre kostengünstigen Anwendung häufig zur Schätzung der Körperzusammensetzung (Fett- und Muskelanteil) verwendet. BIA-Geräte (z.B. Omron oder Tanita) nutzen einen schwachen elektrischen Strom, der den Widerstand verschiedener Frequenzen gegenüber dem Körpergewebe misst. In anderen Worten ausgedrückt, messen diese Geräte, wie leicht der Strom durch den Körper wandert. Fettgewebe besitzt beispielsweise einen höheren elektrischen Widerstand auf, als etwa Muskulatur oder Wasser; je leichter der Strom durch den Körper geleitet wird, desto geringer ist der Körperfettgehalt und vice versa.

Die Messung der Körperkomposition mittels bioelektrischer Impedanzanalyse ist jedoch aufgrund ihrer bekannten Fehleranfälligkeit nicht die Goldstandard-Methode. Der Hydrationsstatus, der Hautwiderstand und die Hautdicke gehören zu den typischen Variablen, welche das Messergebnis beeinflussen und verfälschen können.

Verschiedene Studien haben in der Vergangenheit die Zuverlässigkeit der BIA-Messung zur Schätzung der Körperzusammensetzung in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen untersucht und mit anderen Evaluationsmethoden (z.B. DXA-Scans oder einer Luftverdrängungsplethysmographie [ADP]) miteinander verglichen (6)(7)(8)(9)(10)(11)(12)(13)(14). Obwohl einige dieser Arbeiten auch kommerzielle BIA-Geräte für den Endverbrauchermarkt zur Bewertung verwendeten, wurden viele dieser Analysen mit sehr viel teureren Messgeräten, die für Forschungszwecke vorgesehen sind, durchgeführt, was ihre Relevanz bei kostengünstigeren Geräten für den Heimgebrauch schmälert.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich ein Gros der bisherigen Studien nur auf den Vergleich der BIA mit anderen Messmethoden beschränkt und keinen Aufschluss darüber gibt, wie zuverlässig die ermittelten Messergebnisse über längere Zeiträume (z.B. um die Veränderung der Körperkomposition zu tracken) ist. Dabei dürfte dieser Aspekt für die meisten Anwender, die solche Heimgeräte nutzen, entscheidender sein, als die Genauigkeiten einer einzigen Messung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

 

Beispiele für unterschiedliche BIA-Modelle, die im Rahmen einiger Untersuchungen evaluiert wurden (n = Anzahl der Studien). (Bildquelle: Campa et al., 2022)

Beispiele für unterschiedliche BIA-Modelle, die im Rahmen einiger Untersuchungen evaluiert wurden (n = Anzahl der Studien). (Bildquelle: Campa et al., 2022)

Eine neuere Untersuchung teste eine breite Palette an kommerziell erhältlichen BIA-Geräten im Preissegment von 20 – 300 € ($20 – 350) hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit zur Ermittlung der Veränderung der Körperzusammensetzung unter Berücksichtigung eines 4-Kompartiment-Modells. Zudem hat das Forscher-Team versucht einige Best-Practice Strategien zur Verwendung von BIA-Geräten zu entwickeln, die das Tracking der Körperkomposition über längere Zeiträume erleichtern bzw. zuverlässiger gestalten soll.

Diese Arbeit knöpfen wir uns im Rahmen des nachfolgenden Beitrags en detail vor, damit du eine Idee darüber bekommst, wie stark du dich auf die Messergebnisse eines solchen Geräts verlassen kannst und worauf du bei der Anwendung achten solltest. (...)


Dieser Artikel erschien in Heft Nr. 98 des Metal Health Rx Magazins.

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / Artem