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Wie sinnvoll ist muskelfaserspezifisches Training zum Muskelaufbau?

In diesem Artikel möchte ich dir einige meiner Gedanken zu einem faserspezifischer Trainingsgestaltung geben um auch die andere Seite der Medaille zu beleuchten und erklären, wieso ein solches Trainingsprinzip in der Praxis Probleme bereitet - doch bevor wir ins Thema einsteigen, möchte ich 4 wesentliche Punkte, die für das tiefere Verständnis deutlich sein sollten, benennen.

Seitdem ich trainiere, sehe ich diese Idee herumkursieren, Muskeln müssten spezifisch nach ihrer Faserzusammensetzung trainiert werden.

  • Zum Beispiel habe ich viele Leute sagen hören, beim Beinbeuger oder Trizeps wäre es am besten diese Muskelgruppen mit niedrigen Wiederholungen zu trainieren, weil sie zu 70% aus schnell-zuckenden Fasern bestehen.
  • Oder es sei bei den Schultern besser, super-hohe Wiederholungen auszuführen, weil die eben zum Großteil Typ 1 Fasern aufweisen.

Auf einem grundlegenden, physiologischen Level, ergibt das auch Sinn.

Dein Nervensystem aktiviert Muskelfasern basierend darauf, wie viel Kraft du aufbringen musst. Zu Beginn werden vor allem Typ-1-Fasern aktiviert, dann kommen Typ 2 Fasern hinzu und irgendwann kommt der Punkt, an dem du nicht mehr in der Lage bist, Kraft aufzubringen (das ist das sogenannte Hennemansche Größenprinzip (1)).

Die Dinge können etwas komplizierter werden - besonders in einem erschöpften Zustand, wenn zwangsweise ein Wechsel der motorischen Einheiten ins Spiel kommt (2), aber das ist der wesentliche Punkt, von dem diese Idee stammt:

  • Typ 1 Fasern werden zuerst rekrutiert und es braucht länger, bis diese ermüden. Also scheint es besser in so einem Fall höhere Wiederholungszahlen und leichtere Gewichte einzusetzen.
  • Typ 2 Fasern werden dann rekrutiert, wenn die Muskeln schwerer beladen werden (zumindest für die ersten paar Wiederholungen) - also ist es sinnvoll, in diesem Fall auf schwere Gewichte und niedrige Wiederholungen zu setzen.

Es gibt allerdings drei wesentliche Probleme mit dieser Idee, die sowohl aus praktischen (1 und 2) als auch aus wissenschaftlichen (3) Gründen resultieren: (...)


Dieser Artikel erschien in Heft Nr. 98 des Metal Health Rx Magazins.

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Bildquelle Titelbild: depositphotos / dusanpetkovic