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MFO & Fatmax: Eine Analyse zur maximalen Fettverbrennung beim Ober- & Unterkörpertraining

MFO & Fatmax: Eine Analyse zur maximalen Fettverbrennung beim Ober- & Unterkörpertraining

Wenn wir trainieren, verbrennt unser Körper Kohlenhydrate und Fette, um den ansteigenden Energiebedarf zu decken, wobei auch die Kohlenhydrat- und Fettoxidation mit zunehmender Dauer der körperlichen Aktivität ansteigt (6). Doch während der Anteil an verbrannten Kohlenhydraten (in Form von Glukose aus dem Blutkreislauf sowie Glykogen) während einer anhaltenden, submaximalen Belastung immer weiter ansteigt, erreicht die Fettverbrennung relativ früh ihren Zenit und beginnt wieder zu sinken (6)(7).

Fettoxidationsraten in Abhängigkeit von der Trainingsintensität, ausgedrückt als Prozentsatz der VO2max, ermittelt bei A.) mäßig trainierten Männern (n=11), B.) einer großen Gruppe von trainierten männlichen Radfahrern mit einer großen Bandbreite an VO2max-Werten (n=53), C.) mäßig (n=26) und hoch (n=27) trainierten männlichen Radfahrern (VO2max , 59 Vs. 72 mL/kg/min),  D.) Tests auf dem Fahrradergometer und auf dem Laufband bei mäßig trainierten Triathleten (n=12), E.) mäßig trainierten Radfahrern nach nächtlichem Fasten und 45 Minuten nach der Einnahme von 75 g Glukose (n=11), sowie F.) eine große Gruppe von Personen beim Test auf dem Laufband (157 Männer und 143 Frauen). CHO = Kohlenhydrate; VO2max = maximale Sauerstoffaufnahme. (Bildquelle: Achten & Jeukendrup, 2004)

Fettoxidationsraten in Abhängigkeit von der Trainingsintensität, ausgedrückt als Prozentsatz der VO2max, ermittelt bei A.) mäßig trainierten Männern (n=11), B.) einer großen Gruppe von trainierten männlichen Radfahrern mit einer großen Bandbreite an VO2max-Werten (n=53), C.) mäßig (n=26) und hoch (n=27) trainierten männlichen Radfahrern (VO2max , 59 Vs. 72 mL/kg/min),  D.) Tests auf dem Fahrradergometer und auf dem Laufband bei mäßig trainierten Triathleten (n=12), E.) mäßig trainierten Radfahrern nach nächtlichem Fasten und 45 Minuten nach der Einnahme von 75 g Glukose (n=11), sowie F.) eine große Gruppe von Personen beim Test auf dem Laufband (157 Männer und 143 Frauen). CHO = Kohlenhydrate; VO2max = maximale Sauerstoffaufnahme. (Bildquelle: Achten & Jeukendrup, 2004)

Den Punkt, an dem die Fettverbrennung ihren Maximalwert erreicht, bezeichnet man auch als maximale Fettoxidation (MFO), während die Trainingsintensität, bei der der MFO (Angabe in Gramm/Minute) erreicht wird, als Fatmax benannt ist.

Repräsentative Darstellung der Fettoxidation (g/min) in Abhängigkeit von der Trainingsintensität (in Watt [W]) während eines abgestuften Fatmax-Tests mit dem Fahrrad, wobei MFO die maximale Fettoxidationsrate (g/min) und Fatmax die Intensität (in Watt) ist, bei der die MFO erreicht wird. (Bildquelle: Maunder et al., 2018)

Repräsentative Darstellung der Fettoxidation (g/min) in Abhängigkeit von der Trainingsintensität (in Watt [W]) während eines abgestuften Fatmax-Tests mit dem Fahrrad, wobei MFO die maximale Fettoxidationsrate (g/min) und Fatmax die Intensität (in Watt) ist, bei der die MFO erreicht wird. (Bildquelle: Maunder et al., 2018)

Aufgrund der bisherigen Forschung ist bekannt, dass der Punkt, an dem die Trainingsintensität den Fatmax erreicht, von verschiedenen Faktoren abhängig ist, darunter beispielsweise (9)(10)(11):

  • Dem Trainingsstatus des Individuums
  • Dem Zeitpunkt und der Menge der zuvor gegessen Kohlenhydrate
  • Der gewohnheitsmäßigen körperlichen Aktivität
  • Der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max)

Die wenigen Untersuchungen, in denen dieser Sachverhalt bei Männer und Frauen miteinander verglichen wurde, zeigen zudem, dass der MFO bei Männern zwar höher liegt, aber Frauen in der Regel einen höheren Fatmax erreichen (13). Der tatsächliche Fatmax kann jedoch von Individuum zu Individuum stark schwanken (11)(14).

Die meisten Studien, die zum Fatmax durchgeführt wurden, legten den Fokus auf das Unterkörpertraining. Es ist allerdings bekannt, dass die maximale Sauerstoffaufnahme in einem Großteil der Bevölkerung bei einer Belastung des Oberkörpers geringer ausfällt, als beim Unterkörpertraining (15)(16)(17)(18). Dies liegt einerseits daran, dass sich die Größe der beteiligten Muskelgruppen unterscheidet (niedrigere Stoffwechsel-Werte beim Oberkörpertraining tragen sehr wahrscheinlich auch zu einem geringeren Fettstoffwechsel bei) und andererseits daran, dass sie die Zusammensetzung der Muskelfasern zwischen Ober- und Unterkörper unterscheidet (größerer Anteil an schnell-zuckenden [glykolytischen] Muskelfasern im Oberkörper (19)(20). Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass sowohl MFO, als auch Fatmax bei einem Oberkörpertraining geringer ausfällt, als bei einem Unterkörpertraining.

Studien, welche den Fatmax im Rahmen eines Oberkörpertrainings genauer unter die Lupe genommen haben, wurden bisher entweder mit Diabetikern und übergewichtigen Probanden oder Personen mit Rückenmarksverletzung durchgeführt und wiesen zudem meist einen anderen Schwerpunkt auf (21)(22)(23). Insofern stammen die bisherigen Daten aus einer spärlichen Sammlung an Untersuchungen, die an älteren (+30 Jahre) und schweren (+90 kg) Probanden mit geringer aerober Fitness durchgeführt wurden. Allesamt Faktoren, die eher mit einer niedrigen MFO und einem niedrigen Fatmax assoziiert sind (24).

Zum unserem Glück veröffentlichte ein Team aus Wissenschaftlern vor kurzem eine neuere Untersuchung, bei der man den Grad und Umfang von MFO und Fatmax während des Oberkörper- und Unterkörpertrainings in jüngeren Freizeitsportlern analysiert hat. Diese Arbeit (und ihre Ergebnisse) werden wir uns im Rahmen des restlichen Beitrags näher ansehen und entsprechend praktisch verorten.  (...)


Dieser Artikel erscheint in Kürze in der 06/2024 Ausgabe des Metal Health Rx Magazins.

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Bildquelle Titelbild: depositphotos / hurricanehank