Astaxanthin Guide: Wirkung, Dosierung & Einnahme

Astaxanthin Guide: Wirkung, Dosierung & Einnahme
  Von Damian N. Minichowski | Benötigte Lesezeit: 25 Minuten |

Hier ist er – der vermutlich umfassendste, ausführlichste und frei verfügbare Ratgeber zum stärksten Antioxidans der Welt, Astaxanthin. Der Guide vereinigt nicht weniger als 24 Wordseiten bei +130 zitierfähigen Quellen … und hat einiges an Arbeit und Zeit gekostet.

Viel Spaß beim Lesen und Lernen.


Dieser Artikel wird fortlaufend ergänzt und upgedated.


Gängige (andere) Bezeichnungen

  • Astaxanthin
  • Cardax / Disodium Disuccinate Astaxanthin (DDA)
  • CDX-085
  • E 161
  • 3,3′-Dihydroxy-β,β-carotin-4,4′-dion
  • (3S,3′S)-Astaxanthin,
  • (3R,3′R)-Astaxanthin
  • meso-Astaxanthin
  • AstaREAL
  • AstaXin
  • Astared

Der ultimative Astaxanthin Guide: Wirkung, Nebenwirkung, Ergänzung & Dosierung

Astaxanthin - Was ist es?

Hast du dich schon einmal gefragt, woher der Lachs seine rote Farbe hat, wieso Krustentiere beim Kochen rot werden oder weshalb Flamingos so eine exotische Farbe besitzen?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Astaxanthin - ein Super-Antioxidans aus der Familie der Carotinoide welches natürlicher Weise in Hefen, Pilzen , Lachs und Forellen, Krustentieren und Krebsen, Shrimps, Krill und Seeigeln sowie in Algen (Haematococcus pluvialis aka Blutregenalge) (1)(2)(3)(6)(7), aber auch den Federn einzelner Vogelarten (Flamingos, Wacheln) vorkommt (4)(5).

Der ultimative Astaxanthin Guide: Wirkung, Nebenwirkung, Ergänzung & Dosierung

Astaxanthin gehört zu den Carotinoiden. Genauer gesagt: Es handelt sich um ein Xanthophyll, welches aus Zeaxanthin und Canthaxanthin gebildet wird. (Bildquelle: Examine.com)

Andere Vertreter aus der Gruppe der Carotinoide sind u.a. Fucoxanthin, Zeaxanthin, Lutein oder auch das Pro-Vitamin Betacarotin, welches eine Vorstufe des Vitamins A bildet und eine ähnliche chemische Struktur besitzt, wie Astaxanthin. Es ist ein Metabolit der Carotinoide Zeaxanthin (kommt z.B. im Mais vor) und Canthaxanthin (kommt z.B. in Krabben, Flamingofedern und Pilzen vor) (23)(24).

Carotinoide teilen sich weiterhin in Carotine (z.B. Vitamin A Vorstufen) oder Xanthophylle auf. Das Astaxanthin gehört – wie Zeaxanthin und Canthaxanthin - zur letzteren Gruppe, den Xanthophyllen (6)(8) und weist bemerkenswerterweise eine Keton-Gruppe an seinem Ende auf (deswegen auch „Keto-Carotinoid“ (18)(19)).

Xanthophylle können unter normalen Umständen* nicht in Vitamin A (Retinol) umgewandelt werden (5)(20), weshalb sie generell als sicherer gelten als Vitamin A Vorstufen (da keine Gefahr für eine Hypervitaminose besteht). Astaxanthin wird darüber hinaus von der amerikanischen Lebensmittelbehörde (FDA) nach GRAS-Standards als sicher bezeichnet (21)(22).

*Unter normalen Umständen deswegen, weil in Ratten mit akutem Vitamin A Mangel nachgewiesen werden konnte, dass Astaxanthin dennoch in eine Rolle als Provitamin A gezwängt werden kann (34).

Astaxanthin kann in der alltäglichen Ernährung in Lebensmitteln (z.B. Fisch) vorkommen, Produkten als Farbstoff zugesetzt (E 161 (9)) oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. In der Aquakultur wird es oftmals als Futtermittelzusatzstoff verwendet, damit das Fischfleisch eine markante rötliche Farbe annimmt. Ähnliches gibt es über die Eierproduktion zu berichten, wobei hier darauf abgezielt wird, dem Eigelb der Eier eine gesunde gelbe Farbe zu verleihen. Verwendet wird hierzu entweder natürliches Astaxanthin (weniger wahrscheinlich) oder eine synthetisch-hergestellte Form (wahrscheinlicher).

Exkurs: Natürliches Vs synthetisches Astaxanthin

Natürliches Astaxanthin wird üblicherweise aus Algen (Blutregenalge) gewonnen (14). Aus 1 Kilogramm Trockenmasse lässt sich so 40 Gramm Astaxanthin gewinnen (10).

Die Algenzucht erfolgt dabei in zwei Phasen, nämlich einer ersten grünen Phase, bei der eine Fülle von Nährstoffen zum Wachstum zur Verfügung gestellt werden und eine zweite rote Phase, wo ein Nährstoffdefizit mit einer intensiven Sonneneinstrahlung kombiniert wird. Durch den physischen Stress und die starke UV Strahlung wird die Produktion des Antioxidans Astaxanthin in den Algen angeregt, welches einen Schutzfaktor darstellt. Anschließend findet die Ernte statt (11).

Natürliches Astaxanthin kann darüber hinaus auch aus Hefen (z.B. Xanthophyllomyces dendrorhous), Krill (z.B. Euphausia superba) oder Shrimpschalen extrahiert werden (12).

Für die Aquakultur wird allerdings hauptsächlich synthetisches Astaxanthin, petrochemischen Ursprungs (aus Isophoron) verwendet (13)(15).

Es gibt im Wesentlichen 3 unterschiedliche Stereoisomere des Astaxanthins (Stereoisomer heißt: Gleiche chemische Formel, aber unterschiedliche räumliche Anordnung) (16), da Astaxanthin zwei Chiralitätszentren besitzt. Diese Stereoisomere sind:

  • (3S,3′S) Isomer (Standard & Hauptbestandteil der Blutregenalge (14))
  • (3R,3′R) Isomer
  • (3R,3′S) Isomer (meso-Verbindung)

Generell gesprochen hängt die Konzentration der Astaxanthin-Formen davon ab, welche Quelle mit welcher Verteilung konsumiert wurde, dementsprechend schwankt der Anteil der Isomere im natürlichen Umfeld (z.B. bei Fischen). Synthetisch hergestelltes Astaxanthin weist in der Regel einen Isomer-Mix auf. So enthielt beispielsweise das DDA von Cardax Pharmaceuticals, welches nicht mehr erhältlich ist (6), ein Verhältnis von 1:1:2.

Synthetisches Astaxanthin bietet allerdings den Vorteil, dass es bioverfügbarer ist als die natürliche Form. Wieso eigentlich? Neben den drei Isomeren (16), kann Astaxanthin 4 unterschiedliche Konfigurationen einnehmen – und zwar:

  • 1x E-Isomer (gerade Kette)
  • 3x Z-Isomer (gebogene Kette)

Die bessere Bioverfügbarkeit von synthetischem Astaxanthin rührt daher, dass die Z-Formen besser resorbiert werden, während natürliches Astaxanthin hauptsächlich jenes mit gerader Kette (E-Form) ist und weniger gut aufgenommen wird (17). Die bessere Aufnahme bringt am Ende vermutlich nichts, denn die antioxidative Kapazität von synthetischem Astaxanthin soll der des natürlichen Astaxanthins weit unterlegen sein (131) (abseits dessen ist es für den menschlichen Verzehr auch nicht geeignet:

"In vitro studies conducted at Creighton University and Brunswick Laboratories showed N-AX [Haematococcus pluvialis Astaxanthin] to be over 50 times stronger than S-AX [Synthetic Astaxanthin] in singlet oxygen quenching and approximately 20 times stronger in free radical elimination. N-AX has been widely used over the last 15 years as a human nutraceutical supplement after extensive safety data and several health benefits were established. S-AX, which is synthesised from petrochemicals, has been used as a feed ingredient, primarily to pigment the flesh of salmonids. S-AX has never been demonstrated to be safe for use as a human nutraceutical supplement and has not been tested for health benefits in humans." - (131).

Der ultimative Astaxanthin Guide: Wirkung, Nebenwirkung, Ergänzung & Dosierung

Astaxanthin kommt in unterschiedlichen Isomeren (1-3) und Konfigurationen (a-c) vor. Dies beeinflusst unter anderem die Bioverfügbarkeit. Natürliches Astaxanthin enthält überwiegend das 3S, 3'S Isomer (1) in gerader Konfiguration (a). (Bildquelle: Examine.com)

In welcher Konzentration kommt Astaxanthin in Lebensmitteln vor? (...)

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / ExQuisine


 

2 Kommentare

  1. Hallo,
    eine Frage hätte ich – bei vielen Substanzen wie eben in diesem Guide steht das man sie nicht “um das Training herum” einnehmen soll. Was genau heist das? Spätestens 1 Std. vorher, lieber doch 4 Stunden?
    Ab wann beeinflusst die Gabe von Antioxidantien das Training negativ? Vor allem da Astaxanthin 52 Std. im Blut bleibt…

    Wieviel Fett ist nötig für die Aufnahme von Astaxanthin? Reicht das Öl der Kapsel? 5ml MCT öl oder eine Fischölkapsel? (Cheatmode Ernährung) oder doch Fettige Mittagsmalzeit um 2 Uhr?

    Danke schon mal.

    • Grüß dich Sebastian,

      also im Grunde genommen ist es ganz einfach: Training am Morgen? Dann nimm die Antioxidantien am Abend. Training am Abend? Dann nimm die Antioxidantien am Morgen.

      Es ist fraglich, inwiefern der negative Effekt auf die Adaptions erfolgt, wenn bereits Antioxidantien in mehreren Stunden Abstand aufgenommen werden. Die Studien, die den Sachverhalt untersucht haben, fokussieren sich immer auf eine hohe und zeitnahe Einnahme unmittelbar vor, während oder nach dem Training.

      Über alles weitere würde ich mich nicht so viele Gedanken machen, da es da ja ohnehin nicht viel gibt, was man tun kann. Bei Astaxanthin könntest du auch an trainingsfreien Tagen einfach mehr einnehmen und dafür an Trainingstagen weglassen. Hier kommt es – ganz so wie bei Creatin und Beta-Alanin, darauf an das Gewebe damit anzureichern. Wirkt eher chronisch, statt akut.

      Was die Fettmenge betrifft: Da sind mir leider keine Studien bekannt, die das untersucht haben. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, nimmst du es einfach zu einer fetthaltigen Mahlzeit. Die meisten Kapseln sind ja versiegelt und kommen in einem Ölmedium daher. Die kannst du dann auch mit deinen Omega 3 Kapseln zuführen, wenn du willst. Das sollte eigentlich ausreichen. Aber wie gesagt: Auf Nummer sicher gehen, wäre, es mit einer fetthaltigen Mahlzeit zu konsumieren die 10-20g Fett enthält.

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