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Bewegung bei Hypertonie: Wie uns Sport & Training bei der Behandlung von Bluthochdruck (HBP) helfen können

Hypertonie (“HTN” oder auch “HT”) - auch bekannt als Bluthochdruck (HBP) - bezieht sich auf einen langfristigen und anhaltenden erhöhten Blutdruck in den Arterien.

Man unterscheidet 2 Arten der Hypertonie: Primäre Hypertonie und sekundäre Hypertonie.

  • Die primäre Hypertonie (90-95 %) hängt mit genetischen, umweltbedingten und lebensstilbedingten Faktoren zusammen (1)(2) - darunter Alter, Übergewicht und ein ungesunder Lebensstil (einschließlich hoher Salzaufnahme, Rauchen, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel) (3)(4)(5)(6).
  • Die sekundäre Hypertonie (5-10 %) ist auf eine erkennbare Ursache zurückzuführen, wie zB. eine chronische Nierenerkrankung, eine Verengung der Nierenarterien, eine endokrine Störung oder die Einnahme der Antibabypille (3). Die Häufigkeit wird weltweit auf 16-37 % geschätzt.

Der systolische Blutdruck ist der maximale Blutdruck und der diastolische Blutdruck ist der minimale Blutdruck. Im Ruhezustand liegt der normale Blutdruck bei Erwachsenen bei 100-130 mmHg systolisch und 60-80 mmHg diastolisch. Von einem hohen Blutdruck spricht man bei Werten von 130-140 (mmHg) systolisch und 80-90 mmHg diastolisch vor (2)(3).

Zu den Risikofaktoren gehören (3):

  • übermäßiger Salzkonsum
  • übermäßiges Körpergewicht
  • Rauchen und Alkohol.

Die Behandlung umfasst Änderungen des Lebensstils (Gewichtsabnahme, körperliche Betätigung, Verringerung des Salzkonsums, Reduzierung des Alkoholkonsums und eine gesunde Ernährung) sowie die Einnahme von Medikamenten.

Pathophysiologische Mechanismen des Bluthochdrucks. AME = Scheinbarer Mineralokortikoidüberschuss; CNS = Zentrales Nervensystem; GRA = Glukokortikoid-remediierbarer Aldosteronismus. (Bildquelle: Oparil et al., 2003)

Pathophysiologische Mechanismen des Bluthochdrucks. AME = Scheinbarer Mineralokortikoidüberschuss; CNS = Zentrales Nervensystem; GRA = Glukokortikoid-remediierbarer Aldosteronismus. (Bildquelle: Oparil et al., 2003)

Die arterielle Hypertonie (HT) ist die weltweit am weitesten verbreitete nicht übertragbare Krankheit und gilt seit langem als ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie wirkt sich langfristig ungünstig auf die Zielorgane aus (7)(8)(9), verschlimmert den Prozess der Atherosklerose und erhöht das Risiko eines akuten Myokardinfarkts (AMI), einer Herzinsuffizienz (10)(11), eines Nierenversagens und einer zerebrovaskulären Erkrankung (1)(2).

In ihrer systematischen Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse identifizierten Moroni et al. (2016) das Vorhandensein von Karotisplaques als signifikantem Risikofaktor für subklinische zerebrale Schäden (12). Ein langfristig erhöhter Blutdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfall, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Sehkraftverlust, chronische Nierenerkrankung und Demenz (5)(13)(14).

Da das Gehirn eines der am stärksten betroffenen Zielorgane bei Bluthochdruck ist (15)(16)(17), kommt es zu einer frühen Schädigung der zerebralen Mikrozirkulation, die zu einer Mikroangiopathie, der so genannten zerebralen Kleingefäßerkrankung (CSVD), führt (18)(19). Solche vaskulären Läsionen können symptomatisch oder subklinisch ("stumm") sein und wurden mit einer essenziellen HT bei neurologisch asymptomatischen Personen in Verbindung gebracht (20).

Es ist bekannt, dass eine übermäßige Aktivität des sympathischen Nervensystems den Blutdruck erhöht und zur Hypertonie beiträgt (21)(22)(23). Stress erhöht die Aktivität des Sympathikus - eine erhöhte Sympathikus-Aktivität fördert die Vasokonstriktion (Gefäßverengung) und kann zu einer Gefäßhypertrophie führen, die einen progressiven Anstieg des peripheren Widerstands und des Blutdrucks zur Folge hat (24). Ein weiterer Faktor, der dazu beiträgt, ist ein erhöhter Reninspiegel im Blut (25).

Im weiteren Verlauf dieses Beitrags erörtern wir, neben der genetischen Disposition und den Auswirkungen des Bluthochdrucks auf die Hirngesundheit auch die Bedeutung von Sport und Bewegung als nebenwirkungsarme Therapiemöglichkeiten. (...)


Dieser Artikel erschien in der 09/2021 Ausgabe des Metal Health Rx Magazins.

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Bildquelle Titelbild: depositphotos / Rangizzz


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