Detox – Zwischen Mythos & Fakten

Detox - Zwischen Mythos & Fakten
 Von Christian Kirchhoff | Benötigte Lesezeit: 12 Minuten |

Entgiftung ist ein Prozess, welcher wichtig und essentiell ist für deinen Körper. Kommt es zu Defiziten, dann kann die Gesundheit drunter leiden, keine Frage!

Dieser Prozess beinhaltet die Mobilisierung, Biotransformation und Eliminierung von ungünstigen Substanzen mit endogenen oder exogenen Stoffen, wobei die Leber eine Hauptfunktion übernimmt (1). In Phase 1 werden problematische Substanzen in einen anderen Stoff umgewandelt, sodass diese in Phase 2 mittels Konjugation weitermodifiziert werden können. Hierdurch werden sie wasserlöslich (polar) und können beispielsweise über Urin, aber auch Stuhl, ausgeschieden werden.

Aber (und das ist ebenfalls wichtig): Wir brauchen „Detox“-Prozesse nicht nur für Gesundheit und Abwehr von Stoffen aus er Umwelt (2), sondern auch zur Kontrolle körpereigener Prozesse (z.B. zur Neutralisation von Sauerstoffradikalen (3).

Wenn wir von „Entgiftung“ reden, dann sprechen wir in der Regel von einer Biotransformation (also der Entfernung/Neutralisierung von organischen Fremdstoffen) (4). Um dieses Thema ranken sich jedoch nicht nur viele Mythen. Es herrscht auch großes Unwissen, was viele Leute anfällig für betrügerische Absichten macht.

Ich möchte dem Thema Detox in diesem umfassenderen Artikel auf den Grund gehen und dir erklären, wo Fakten enden und Fiktion beginnt. Schlussendlich erfährst du auch, wieso wir mindestens 5 wichtige Detox-Stoffe nicht in den rege beworbenen Detox-Tees finden).

Detox – Zwischen Mythos und Fakten (und warum wir mindestens 5 Detox-Stoffe nicht im Detox-Tee finden)

Detox? Gifte und Entgiftung wissenschaftlich betrachtet

Das Thema Detox ist ein sehr emotional behaftetes Thema. Klar ist, dass unser Körper Entgiftungsprozesse durchläuft – also für uns schädliche Substanzen ab- und umbaut sowie ausscheidet. Fraglich bleibt jedoch, inwiefern von außen zugeführte Stoffe („Supplemente“, „Detox-Tees“) in der Lage sind diese Vorgänge zu verbessern.

Was genau meinen Menschen, wenn sie von einer „Detox-Kur“ reden? Was genau soll eigentlich entgiftet werden?

Reden wir hier beispielsweise von endokrinen Disrupturen (EDCs) aus der Umwelt, welche eine hormonelle im Körper entfalten können (5)(6)? Stoffe wie Bisphenol A (BPA), Phtalate, Dichlordiphenyltrichlorethan (Insektizid), Organochlor-Pestizide und Polychlorbiphenyl stehen in dem Ruf eine Östrogen-ähnliche Wirkung zu entfalten, indem sie besagts Hormon am Rezeptor nachahmen.

Oder sprechen wir hier von perfluorierten Chemikalien (PFC), die sich im Körper über Jahre ansammeln können und ebenfalls in der Lage sind, an Rezeptoren zu binden (Rezeptoren zu aktivieren)? Diese Stoffe scheinen u.a. die Schulddrüsenfunktion (und damit Energiebalance) zu verändern und die Konzentration an Glukokortikoiden (z.B. Cortisol) zu erhöhen, indem Abbau-Enzyme gehemmt werden.

 Als endokrine Disruptoren (EDC)s bezeichnet man (synthetische) Stoffe, die den Hormonhaushalt massiv beeinflussen. Wir sprechen wir von Substanzen, welche Übergewicht begünstigen (Obesogene), das Diabetesrisiko erhöhen (Diabetogene) oder das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen (kardiovaskuläre Disruptoren). 

Als endokrine Disruptoren (EDC)s bezeichnet man (synthetische) Stoffe, die den Hormonhaushalt massiv beeinflussen. Wir sprechen wir von Substanzen, welche Übergewicht begünstigen (Obesogene), das Diabetesrisiko erhöhen (Diabetogene) oder das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen (kardiovaskuläre Disruptoren). (Bildquelle: Gore et al, 2015)

Mit welchen Schadstoffen haben wir es eigentlich zu tun?

Die meisten Menschen haben keine Ahnung, wenn es um Giftstoffe und schädliche Substanzen geht, mit denen sich unser Körper tagtäglich und über längere Zeitraume konfrontiert sieht. Laien sprechen dann oft von „Schlacken“, die nicht weiter definiert sind. Damit ist jedoch keinem geholfen – klüger wird man durch solche Aussagen nicht.

Ganz anders sieht es dagegen in der Allgemeinmedizin aus, wo sich die Bezeichnung Gifte in der Regel auf Drogen bezieht. In diesem Zusammenhang wäre eine „Detox-Kur“ ganz einfach die Entwöhnung des Patienten an den suchterregenden Stoff (41).

Werfen wir doch mal einen Blick in die wissenschaftliche Literatur, um ein besseres Verständnis über das Thema Entgiftung zu erhalten. Hierzu werde ich mich im weiteren Verlauf auf ein durchaus kritisches Review stützen, welches sich mit „Entgiftungsernährung“ (...)


Dieser Artikel erschien in der 06/2018 Ausgabe unseres MHRx Magazins

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / pathdoc


 

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