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Die Gen-Diät: Ernährung auf Basis von DNA-Analysen nicht effektiver, als klassische Diät zur Gewichtsreduktion

Die Gen-Diät: Ernährung auf Basis von DNA-Analysen nicht effektiver, als klassische Diät zur Gewichtsreduktion

Eine erfolgreiche Gewichtsreduktion weist in der Regel einen wesentlichen und markanten Aspekt auf, nämlich ein langfristiges Kaloriendefizit, bei dem die Energiezufuhr eingeschränkt wird. Es existieren zahlreiche Diätformen und Strategien, die uns – bewusst oder unbewusst – dabei helfen sollen, eine solche Kalorienrestriktion zu erreichen und aufrechtzuerhalten.

Nichtdestotrotz lassen sich die meisten Diäten in eines von zwei Lagern einsortieren, nämlich jene, die auf eine hohe Kohlenhydratzufuhr und eine niedrige Fettzufuhr („High Carb, Low Fat“) setzen und solche, die den umgekehrten Weg gehen, indem sie eine hohe Fettzufuhr bei niedriger Kohlenhydratzufuhr („High Fat, Low Carb“) vorschreiben (9)(10). Die wissenschaftlichen Untersuchungen kommen dabei immer und immer wieder zu einem ähnlichen Gesamt-Resultat, welches darauf hindeutet, dass die Unterschiede in Sachen Effektivität und Umfang beider Ansätze im besten Fall minimal bzw. vernachlässigbar sind (11).

Was jedoch im Großen und Ganzen für die Gruppe gilt, muss nicht zwangsweise auch für Individuen zutreffen. Und in der Tat ist es häufig so, dass wir starke individuelle Unterschiede bei der Gewichtsreduktion beobachten können (10), was darauf hindeuten könnte, dass Menschen unterschiedlich gut bzw. schlecht auf Ernährungsformen reagieren, die entweder kohlenhydrat- oder fettreich sind.

Retrospektive Daten lassen beispielsweise vermuten, dass Individuen mit bestimmten Genvariationen („Polymorphismen“), die den Kohlenhydrat- bzw. Fettstoffwechsel betreffen, zu einem schnelleren Gewichtsverlust neigen könnten, wenn sie sich kohlenhydrat- bzw. fettreich ernähren (12). Bis dato konnten diese Annahme jedoch weder durch klinische, gut kontrollierte  Studien bestätigt werden, noch sind sie frei von Kritik (z.B. hinsichtlich der Bestimmung von „kohlenhydratarmer Genotypen“ bzw. „fettarmer Genotypen“ auf Basis von Einzelnukleotid-Polymorphismen [sog. SNPs] mit einer geringen Genanzahl) (12)(13)(14).

Und so ist es eventuell auch nicht verwunderlich, dass ein Team aus Forschern in ihrem systematischen Review, welches insgesamt 27 Arbeiten mit 8 Trials, 91 SNPs und 63 Gen-Loci berücksichtigt, zu dem vorläufigen Ergebnis kommen, dass die Interaktion zwischen Genotyp und Ernährung einerseits nicht-signifikant ausfällt und andererseits bisher kaum repliziert wurde (15). Entsprechend stellt sich die Frage, inwiefern eine auf DNA-Analysen beruhende, personalisierte Ernährung tatsächlich zu besseren Abnehmerfolgen führt, als eine herkömmliche und klassische Diät.

Ein Team aus Wissenschaftlern hat in einer aktuellen Untersuchung versucht diese Frage zu beantworten. Das Ergebnis spricht jedoch – wie du gleich im nachfolgenden Beitrag sehen wirst – nicht unbedingt für eine solche „Gen-Diät“.


Dieser Artikel erschien als Editorial-Beitrag in der November 2023 Ausgabe des MHRx Magazins. Registriere dich kostenlos oder logge dich mit deinem bestehenden Account ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen!


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