Holistisches Training nach Dr. Fred Hatfield: Die eierlegende Wollmilchsau?

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Holistisches Training nach Dr. Fred Hatfield: Die eierlegende Wollmilchsau?
Von Thomas Koch | Benötigte Lesezeit: 6 Minuten |

Kraftausdauer, Hypertrophie und Maximalkraft sind die klassischen Trainingsziele, die im Krafttraining verfolgt werden. Gemeinhin erfolgt das Abdecken dieser drei Ziele durch eine Periodisierung des Trainings. Doch was wäre, wenn man einfach alle drei Ziele in jeder Einheit abdecken würde?

Genau diese Frage muss sich Dr. Frederick Hatfield, den viele vermutlich unter seinem Spitznamen Dr. Squat kennen, gefragt haben.

Als Antwort auf diese Frage entwickelte er das holistische Training, welches auch durch seinen Erfinder als Hatfield Training bekannt wurde. Der Kerngedanke dieses Trainingsansatzes lässt sich in zwei Begriffen ausdrücken: Ganzheitlichkeit und innereinheitliche Periodisierung.

Holistisches Training nach Dr. Fred Hatfield: Die eierlegende Wollmilchsau?

Holismus, die Lehre der Ganzheit eines Systems

Die Grundidee des Holismus besagt, dass Systeme aller Art mehr sind als die Summe ihrer einzelnen Bestandteile und daher immer als Ganzes betrachtet werden müssen. Den Begriff prägte der südafrikanische Politiker und Philosoph Jan Christiaan Smuts in seinem Werk Holism and Evolution (6) - die Idee selber ist indes deutlich älter und lässt sich in Ansätzen schon bei Platon und Aristoteles finden. Und selbst die haben diese Idee keineswegs erfunden, sondern sie nur erstmals philosophisch erklärt.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass alle Religionen im Kern auf einem holistischen Ansatz beruhen. Auch bekannte deutsche Denker wie Gottfried Wilhelm Leibnitz und Georg Wilhelm Friedrich Hegel befassten sich mit der Idee des Holismus, literarisch wurde sie unter anderem bei Novalis und Friedrich Hölderlin verarbeitet und selbst für die Quantenphysik gibt es holistische Erklärungsmodelle (1). Waren holistische Ansätze lange Zeit eher Randphänomene, werden sie in jüngster Zeit wieder deutlich populärer, wie das Wiederaufkeimen der ganzheitlichen Medizin in Formen wie der biopsychosozialen Medizin, der verstehenden Psychologie und der medizinischen Kybernetik.

Auch Hatfield verfolgte mit seinem holistischen Trainingsansatz eine wissenschaftlich geprägte Herangehensweise, die er erstmals in seinem Buch Bodybuilding – A Scientific Approach darlegte (3).

Dieser Herangehensweise liegen zwei zentrale Prinzipien zu Grunde, das SAID-Prinzip und das Overload-Prinzip.


Dieser Artikel erschien in der 08/2018 Ausgabe unseres MHRx Magazins

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / Fxquadro


 

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