Erkältung im Anmarsch? 6 Supplemente, die wirklich helfen können

Erkältung im Anmarsch? 5 Supplemente, die wirklich helfen

 

Von Damian Minichowski | Benötigte Lesezeit: 10 Minuten | Letztes Update: 07.10.2018 |


Der Hals kratzt, die Gelenke fangen an zu schmerzen und auch die Nase signalisiert dir sichtlich, dass etwas im Busch liegt – die nächste Erkältung rückt an! Wenn es dir so wie mir ergeht, dann bist du zwar selten krank, aber wenn es dich erwischt, dann richtig.

Man kann eine Erkältung zwar nicht zu 100% unterbinden bzw. verhindern, doch man kann sehr wohl etwas dafür tun, dass a.) die Symptome nicht zu stark zu Tage treten und b.) die Erkältungsdauer so kurz wie möglich gehalten wird. Heiße Hühnersuppe und Wärmflasche sind zwar Nice-to-have, aber sie werden deinem Körper in den Wenigsten Fällen mit den erforderlichen Vitalstoffen versorgen, damit dieser sein bestmöglichstes tun kann, um die Invasoren zu bekämpfen.

Erkältungen sind eines der Gebiete, wo eine gezielte Nahrungsergänzung sehr effektiv sein kann, wenn man denn weiß, was hilft. Schätze dich glücklich, denn mit der Kenntnis aus diesem Artikel kannst du die richtigen Maßnahmen ergreifen, um dein Leid soweit es geht zu lindern.

Erkältung im Anmarsch? 6 Supplemente, die wirklich helfen können

Nr. #1: Zink

Viele von uns spüren es oft im Vorfeld, wenn sich eine handfeste Erkältung anbahnt. Es sind nicht nur die Glieder, die anfangen zu schmerzen, sondern auch der dicke Kopf, das Kratzen im Hals oder die laufende Nase, die zu den ersten Vorboten gehören.

Zink kann die Erkältung zwar nicht aufhalten, doch das Mineral kann – sofern es hochdosiert wird – die Dauer des Infekts erheblich verkürzen (1), sofern du es binnen 24 Stunden zum Auftritt der Symptome zuführst. Während man normalerweise von hohen Zinkmengen eher abrät, kann die Einnahme von 75mg (aufgeteilt auf mehrere Einzeldosierungen, die über den Tag hindurch zugeführt werden), Abhilfe schaffen. Dies liegt vor allem an der stärkenden Wirkung, die der Mineralstoff auf das Immunsystem entfaltet.

Erkältung im Anmarsch? 5 Supplemente, die wirklich helfen

 

Die Meta-Analyse von Singh untersuchte die Studienlage bezüglich Zink und Dauer der Erkältungssymptome. Anhand der vertikalen Linie kann man ersehen, ob die berücksichtigten Studien zu Gunsten von Zink (linke Seite) oder zu Gunsten eines Placebos (rechte Seite) ausgefallen sind. Wie du darin sehen kannst, geht der Trend ganz klar zu Gunsten von Zink, was impliziert, dass die Einnahme die Erkältungsdauer reduziert. Der schwarze Diamant am unteren Ende bildet den Gesamteffekt aller Studien ab. (Bildquelle: Singh, 2014)

Personen und Trainierende, die quasi jeden Infekt mitnehmen und keine Grippe auslassen können, tun gut daran die tägliche Zinkzufuhr zu optimieren (insbesondere, wenn sie viel und oft schwitzen). Eine Unterversorgung kann die Anfälligkeit für Erkältungen merklich erhöhen.

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Zink verkürzt nicht nur die Erkältungsdauer und Schwere der Symptome, sondern kann auch vor einem Infekt schützen. (Bildquelle: Singh, 2014)

Falls du Zink in größerer Menge zuführst, dann solltest du darauf achten, dass du es nicht auf nüchternen Magen und/oder nicht in riesigen Einzelportionen (z.B. 50mg akut) einnimmst, da es ansonsten zu Übelkeit kommen kann. Lutschtabletten können den Geschmack beeinträchtigen (1) und wer zu einem Nasenspray greift, der muss damit rechnen, dass der Geruchssinn eingeschränkt wird (3).

Nr. #2: Vitamin C

Wer nach probaten Hausmitteln sucht, die ihm im Kampf gegen die gemeine Erkältung und deren Symptome behilflich sein können, der stolpert früher oder später über Vitamin C, aber ist es wirklich so effektiv wie an vielen Stellen behauptet wird?

In einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2013 untersuchte man die Effekte der Askorbinsäure in normalen und trainierenden Populationen (4). Insgesamt wurden in dieser Untersuchung die Daten von 11.306 Personen berücksichtigt.

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Vitamin C ist ein echter Klassiker im Kampf gegen Erkältungen. Die Meta-Studie von Hemilä & Chalker demonstriert, welchen Effekt die regelmässige Einnahme von mindestens 0,2g Vitamin in Kindern und Erwachsenen auf die Dauer der Erkältungssymtpome hat. (Bildquelle: Hemilä & Chalker, 2013)

Bei einer Dosierung von mehr als 0,2g Vitamin C pro Tag konnte die Länge der Erkältungen in Erwachsenen um durchschnittlich 8% gesenkt werden. In Kindern zeigte sich mit 14% ein Effekt, der beinahe doppelt so hoch lag (was impliziert, dass insbesondere die Kleinen unter uns von einer regelmäßigen Vitamin C Zufuhr profitieren).

Interessant waren auch die Funde innerhalb der sporttreibenden Bevölkerung, in der Marathonläufer, Skifahrer und Soldaten berücksichtigt wurden, die „subarktisches Training“ absolvierten. Die Forscher fanden hier eine Reduktion der Erkältungshäufigkeit um bis zu 52%, wenn Vitamin C verabreicht wurde.

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Körperlicher Stress? Kälteexposition? Eine regelmäßige Einnahme von mindestens 0,2g Vitamin C reduziert das Risiko eines Infektes. (Bildquelle: Hemilä & Chalker, 2013)

Die Vitamin C Dosierung lag in den Studien zwischen 200 – 2.000 mg (also 2g Vitamin C), wobei in einigen Untersuchungen auch mit hochdosierten Mengen von bis zu 8.000 mg gearbeitet haben. Aktuell deutet darauf hin, dass hochdosiertes Vitamin C dann effektiv ist, wenn sich bereits erste Symptome einer Erkältung bemerkbar gemacht haben (ähnlich wie bei Zink).

Falls du in den Ski-Urlaub fährst oder häufig in der winterlichen Kälte bist, könnte es von Vorteil sein, wenn du Präventivmaßnahmen ergreifst und in regelmäßigen Abständen Vitamin C zuführst. Da es sich hierbei um ein wasserlösliches Vitamin handelt, besteht keine Gefahr der Überdosierung, allerdings solltest du die Einnahme um das Training herum vermeiden, da mittlerweile gezeigt wurde, dass Antioxidantien (wie Vitamin C und E) die Adaptionseffekte des Trainings reduzieren können (5)(6) und somit kontraproduktiv sind, wenn du deine Leistungsfähigkeit steigern willst.

 

Gemeinhin wird angenommen, dass oxidativer Stress etwas Schlechtes sei – das stimmt nicht. Für die Kraft- und Muskeladaption sind ein gewisser oxidativer Stress und lokal auftretende Entzündungen notwendig, daher solltest du deine (hochdosierten) Antioxidantiens möglichst zeitversetzt vom Training zu dir nehmen. (Bildquelle: Fotolia / Restyler)

Nimm‘ das Vitamin C dann am besten mit dem größtmöglichen Zeitabstand zum Training (z.B. morgens, wenn du abends trainierst und vice versa).

Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C gibt es in der Ausführung mit 1.000mg, was als “hochdosiert” eingestuft wird. Ich empfehle den Griff zum Pulver. Du kannst es selbst dosieren und es ist unglaublich günstig.

Nr. #3: Glutamin

Die semi-essenzielle Aminosäure Glutamin gehört zu den gängigsten Immun-Boostern. Sowohl intensives körperliches Training, Verletzungen als auch Krankheiten können den Glutaminbedarf des Körpers massiv in die Höhe schrauben (alles zusammengefastst unter „Stress“), auch wenn unser derzeitiger über den Nutzen der Aminosäure bei grippalen Infekten noch stark limitiert ist.

Studien, in denen die Auswirkungen von Übertraining untersucht wurden, haben gezeigt, dass die Glutamin-Plasmakonzentration stark absinken kann (7)(10); die Studien wurden größtenteils an Ausdauersportlern durchgeführt. Betroffene haben in einer solchen Situation sehr oft mit einem angeschlagenen Immunsystem (und einer erhöhten Infektanfälligkeit) zu kämpfen (8)(9).

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Plasmakonzentration (in μmol/L) von Glutamin und Glutamat aus Proben, die vor und nach einem Marathon genommen wurden. (Bildquelle: Castell, 2003)

Auch wenn bis dato nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob die Supplementation mit Glutamin die Dauer und den Umfang der Erkältungssymptome einschränkt, so steht außer Frage, dass die Aminosäure einen positiven Beitrag zur Immungesundheit (insbesondere die Darmgesundheit) leistet (12)(13).

Mengen von 0,1-0,3g/kg Glutamin (aufgeteilt auf 2-3 Einzelportionen am Tag) werden ohne größere Probleme vertragen und auch wenn ich an dieser Stelle nicht meine Hand dafür ins Feuer legen würde dass es einen ähnlichen Impact hat wie Zink und Vitamin C, so kann die Ergänzung im Krankheitsfall (hohes Stressaufkommen) nicht schaden, wenn es darum geht auf der sicheren Seite zu sein.

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EInige Vorteile der Glutamin-Ergänzung (oder dessen Präkursor) in unterschiedlicehen Populationen (darunter Sportlern) hinsichtlich Immunfunktion. (Bildquelle: Castell, 2003)

Nr. #4: Pelargoniumwurzel

Noch nie was davon gehört? Nichts so tragisch – ich bis vor kurzem auch nicht. Auszüge der Pelargorniumwurzel (eine Geranienart aus Süd-Adfrika) werden verwendet, um Arzneimittel gegen Bronchitis herzustellen.

Der Extrakt dieser Wurzel soll effektiv gegen Bakterien und Viren sein, indem er verhindert, dass sich Pathogene an Hals und Lunge heften können (14). Darüber hinaus wirkt er schleimlösend.

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Hilft Pelargoniumwurzel im Kampf gegen eine akute Bronchitis? Im Vergleich zu einem Placebo war die Wahrscheinlichkeit der Probanden, die Pelargonium Sidoide einnahmen, erhöht, wenn es darum ging nach 7 Tagen symptomfrei zu sein. Bei Kindern zeigte das Mittel einen ähnlichen Wirkungsgrad, wie bei Erwachsenen.  (Bildquelle: Timmer et al, 2009)

Lizogub et al (2007) haben mit Hilfe ihres Experiments gezeigt, dass die Einnahme einer Pelargoniumwurzel-haltigen Preparation (10 Tropfen, 3x am Tag) auftretende Erkältungsymptome effektiv drosselt und die Dauer (im Vergleich zu einem Placebo) verkürzt (16). Untersucht wurden insgesamt 10 Symptome (darunter ein kratziger Hals, verstopfte Nase, die Niesfrequenz, Heiserkeit, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Fieber) bei über 103 teilnehmenden Personen über einen Zeitraum von 5 Tagen.

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Lizogub et al. testeten, in wiefern ein Extrakt aus Pelargoniumwurzel in der Lage ist bei der gemeinen Erkältung zu helfen. Probanden, welche den Extrakt erhielten, zeigten eine stärkere Verbesserung bei diversen Symptomen im Vergleich zur Placebo-Gruppe. (Bildquelle: Lizogub et al, 2007)

Der Pelargoniumwurzel-Extrakt sollte drei Mal täglich vor den Mahlzeiten bei einer Dosierung von 900 mg (entspricht 4,5 mL des patentierten EPs7630 Extrakts), also insgesamt 90 Tropfen (3×30). Eine identische Menge findet sich in Extrakten mit einer Konzentration von 1:8 – 1:10 (bei 11%igen Ethanol-Extrakt).

Nr. #5: Sonnenhüte

Sonnenhüte (Echinacea), eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler, steht ebenfalls in dem Ruf immunstimmulierend zu wirken. Es soll das Risiko für akute Infektionen der oberen Atemwege (sog. „URTIs“ von upper respiratory tract infection) senken.

Eine Meta-Studie von Shah et al. (2007) bestätigt diese Wirkung (17), wobei die tägliche Einnahme das Risiko sich zu erkälten im Schnitt um 58% senkt und – sofern eine Infektion bereits vorliegt – die Dauer um ~1,4 Tage reduziert.

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Echinacea – hierzulande als Sonnenhüte bekannt – scheint vermutlich keine präventive Wirkung hinsichtlich der gemeinen Erkältung zu besitzen. Die Studienlage bezüglich der Verkürzung der Dauer ist nicht eindeutig, allerdings gibt es sehr wohl Untersuchungen, die einen geringen Effekt aufzeigen, wie die Meta-Analyse von Shah et al. demonstriert. (Bildquelle: Shah et al, 2007)

Vorsicht ist indes bei der parallelen Einnahme mit anderen Medikamenten geboten, die ebenfalls auf das Immunsystem einwirken, da es hier zu Wechselwirkungen kommen kann (in dem Fall am besten beim Arzt nachfragen, ob eine Ergänzung mit Sonnenhüte kontrainduziert und problematisch ist).

In einer weiteren Meta-Analyse von Karsch-Völk et al. (2014) kommen die Autoren nach eingehender Durchsicht von 24 Doppelblind-Studien (insgesamt 4631 berücksichtigte Probanden) zu folgendem Fazit:

“Echinacea products have not here been shown to provide benefits for treating colds, although, it is possible there is a weak benefit from some Echinacea products: the results of individual prophylaxis trials consistently show positive (if non‐significant) trends, although potential effects are of questionable clinical relevance.” – Karsch-Völl et al, 2014)

Eine aktuellere Meta-Analyse, welche sich mit Atemwegsinfektionen bei Kindern beschäftigt hat, zeigt die widersprüchliche Studienlage bei Sonnenhüte ebenfalls auf. Darin wird eher zu einem Einsatz von Pelargoniumwurzel (statt Sonnenhüte) nahegelegt (20).

Nr. #6: Knoblauch

Na gut – die Wenigsten von uns würden Knoblauch als „Supplement“ betiteln, aber deine Oma hatte vermutlich DOCH recht, als sie dir in Kindertagen, als du erkältet gewesen bist, ein übelriechendes Gebräu angemischt hat, bei dem Knoblauch elementarer Bestandteil der Mixtur gewesen ist. Unsere Vorfahren haben es zur Behandlung einer Vielzahl von Wehwechen eingesetzt (z.B. Magen-Darm Problemen und bei Atemwegsinfektionen (22)(23))

Knoblauch (Allium sativum) zählt zur Gattung Lauch und enthält einen schwefelhaltigen Wirkstoff, den man Alliin nennt (21) (Alliin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure). Durch mechanische Einwirkung (z.B. Kauen, Schneiden, Zerstoßen) wird das darin enthaltene Alliin mit Hilfe des Enzyms Allinase zu Allicin – dem bioaktiven (jeden instabilen) Wirkstoff, der von vielen aufgrund seines Geruchs als unangenehm empfunden wird – umgewandelt (28). Allicin wird für einen Großteil der vielen positiven Effekte von Knoblauch auf die Gesundheit verantwortlich gemacht (und wird daher rege erforscht).

Es gibt eine Meta-Studie der Cochrane Collaboration, die versucht hat, die Wirkung von Knoblauch hinsichtlich Erkältung aufzuarbeiten, allerdings erfüllte lediglich eine einzige Studie die Inklusionskriterien für die Arbeit, da in anderen Untersuchungen die Einnahme von Knoblauch häufig mit anderen Wirkstoffen kombiniert wurde.

In dieser inkludierten 90-tägigen Untersuchung (Doppelblind-Studie) von Peter Josling, an der insgesamt 146 Probanden teilnahmen, konnte demonstriert werden, dass die tägliche Einnahme eines Knoblauch-Supplements präventiv wirkt. Insgesamt wurden in der Interventions-Gruppe, die das Knoblauch erhielt, nur 24 Erkältungen registriert (Vs. 65 in der Placebo-Gruppe) (25). Diese Studie zeigte zudem, dass die Einnahme von Knoblauch in der Lage ist Dauer der Erkältungssymptome zu reduzieren (1,52 Tage in der Knoblauch-Gruppe Vs. 5,01 Tage in der Placebo-Gruppe (25). Verwendet wurde ein Supplement mit 180 mg stabilisiertem Allicin, welches die Teilnehmer einmal täglich – über 90 Tage hinweg – mussten.

Auf diese Menge an Allicin kommt man bei einer Einnahme von 9g Knoblauch.

Eine 45-tägige Einnahme eines Knoblauch-Extrakts (2,56g/Tag) verbesserte in einem aktuelleren randomisierten, Placebo-kontrollierten Doppelblindversuch von Nantz et al. (2012) die Funktion von Immunzellen und reduzierte die Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine (26).

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Teilnehmer, die über einen Zeitraum von 45 Tagen einen Knoblauch-Extrakt erhielten, waren im Schnitt zwar ähnlich häufig krank, wie Probanden der Placebo-Gruppe, berichteten jedoch über weniger starke Symptome und eine verkürzte Erkältungsdauer über einen Zeitraum von 90 Tagen. (Bildquelle: Nantz et al, 2012)

Die Supplementation mit dem Knoblauch-Extrakt („Aged Garlic Extract“) reduzierte in einem Zeitraum von 90 Tagen zwar nicht die Häufigkeit der Infekte, allerdings schien sie – im Falle einer Erkältung – den Grad der auftretenden Symptome und die Dauer der Erkältung zu verringern (26).

Teilnehmer waren dazu angehalten einen DIA-Event (Decrease in Activity) Event anzugeben, wann immer sie zu krank gewesen sind, um ihre normale Tagesroutine zu bewältigen. Probanden der Placebo-Gruppe berichteten weitaus häufiger von einem solchen DIA, als Personen aus der Knoblauch-Gruppe (26).

Insgesamt nahmen 120 Personen an diesem Experiment teil. Die Untersuchung wurde u.a. vom Hersteller des Knoblauch-Supplements finanziert (Wakunaga of America, Inc. & Agriculture Experiment Station).

Abschließende Worte

Wenn es dir so ergeht wie mir, dann bist du zwar selten krank, doch wenn es dich erwischt … dann richtig! In der Praxis hat sich vor allem die Erhöhung der täglichen Zinkdosis auf 75mg, aufgeteilt auf drei Einzelportionen, in Kombination mit hochdosiertem Vitamin C (3 x 1g oder mehr pro Tag) erwiesen.

Wer auf Nummer sicher gehen will oder etwas Neues ausprobieren möchte, der sollte auf jeden Fall Pelargonium oder Sonnenhüte eine Chance geben (eher Pelargonium, statt Sonnenhüte).

Die Einnahme von Knoblauch scheint zwar die Häufigkeit der Erkältungen nicht sonderlich stark zu beeinflussen, kann jedoch – wenn präventiv eingenommen – sehr wohl die Symptomatik und Dauer der Infektion verringern. Frisch zerstoßener Knoblauch sollte hierfür bei einer Menge von 9g täglich umgehend eingenommen werden (da Allicin sehr instabil ist). Die Alternative ist ein Knoblauch-Supplement mit stabilisiertem Allicin sein (könnte auch, bei geringerer Geruchsbildung, vorteilhafter sein, als frischer Knoblauch).

Glutamin ist eine Option, die man gerne in Betracht ziehen kann, allerdings würde ich es mir nicht explizit deswegen holen. Ich nutze es vor allem zur Optimierung der Darmgesundheit und im Zuge des hochfrequenten Trainings (hohes Stressaufkommen), allerdings ist die Studienlage bezüglich der Linderung von Erkältungssymptomen und –dauer nicht eindeutig genug, um eine klare Empfehlung auszusprechen.

Quellen & Referenzen

Zink

(1) Singh, M. / Das, RR. (2013): Zinc for the common cold. In: Cochrane Database Syst Rev. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23775705.

(2) Rao, G. / Rowland, K. (2011): Zinc for the common cold—not if, but when. In J Fam Pract. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3273967/.

(3) FDA: Zinc Fact Sheet. URL: http://www.fda.gov/Drugs/DrugSafety/PostmarketDrugSafetyInformationforPatientsandProviders/ucm166927.htm.

Vitamin C

(4) Hemilä, H. / Chalker, E. (2013): Vitamin C for preventing and treating the common cold. In: Cochrane Database Syst Rev. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23440782.

(5) Paulsen, G., et al. (2014): Can supplementation with vitamin C and E alter physiological adaptations to strength training? In: BMC Sports Sci Med Rehabil. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4114441/.

(6) Morrison, D., et al. (2015): Vitamin C and E supplementation prevents some of the cellular adaptations to endurance-training in humans. In: Free Radic Biol Med. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26482865.

Glutamin

(7) Parry-Billings, M., et al. (1992): Plasma amino acid concentrations in the overtraining syndrome: possible effects on the immune system. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1470018.

(8) Castell L. Glutamine supplementation in vitro and in vivo, in exercise and in immunodepression. In: Sports Med. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12696982.

(9) Castell LM. (20002): Can glutamine modify the apparent immunodepression observed after prolonged, exhaustive exercise? In: Nutrition. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11985938.

(10) MacKinnon LT. (2000): Special feature for the Olympics: effects of exercise on the immune system: overtraining effects on immunity and performance in athletes. In: Immunol Cell Biol. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11050533.

(11) Gleeson, J. (2008): Dosing and Efficacy of Glutamine Supplementation in Human Exercise and Sport Training. In: J Nutr. URL: http://jn.nutrition.org/content/138/10/2045S.full.

(12) Calder, PC. / Yaqoob, P. (1999): Glutamine and the immune system. In: Amino Acids.URL: http://link.springer.com/article/10.1007/BF01366922.

(13) Alverdy, JC. (1990): Effects of Glutamine-Supplemented Diets on Immunology of the Gut. In: J Parent Enteral Nutr. http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/014860719001400415.

Pelargoniumwurzel

(14) Fashner, J. / Ericson, K. / Werner, S. (2012): Treatment of the common cold in children and adults. In: Am Fam Physican. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22962927.

(15) Agbabiaka, TB / Guo, R. / Ernst, E. (2008): Pelargonium sidoides for acute bronchitis: a systematic review and meta-analysis. In: Phytomedicine. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18222667?dopt=Abstract.

(16) Lizogub, VG. / Riley, DS. / Heger, M. (2007): Efficacy of a pelargonium sidoides preparation in patients with the common cold: a randomized, double blind, placebo-controlled clinical trial. Explore. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18005909.

(18) Timmer, A., et al. (2008): Pelargonium sidoides extract for acute respiratory tract infections. In: Cochrane Database Syst Rev. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18646148.

Sonnenhüte

(17) Shah, SA., et al. (2007): Evaluation of echinacea for the prevention and treatment of the common cold: a meta-analysis. In: Lancet Infect Dis. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17597571.

(19) Karsch-Völk, M., et al. (2014): Echinacea for preventing and treating the common cold. In: Cochrane Database of Systematic Reviews. URL: https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD000530.pub3/full.

(20) Anheyer, D., et al. (2017): Herbal Medicine in Children With Respiratory Tract Infection: Systematic Review and Meta-Analysis. In: Acad Peiatr. URL: https://www.academicpedsjnl.net/article/S1876-2859(17)30358-3/fulltext.

Knoblauch

(21) Lawson, LD. (1998): Garlic: A Review of Its Medicinal Effects and Indicated Active Compounds. In: Phytomed Eur. URL: https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/bk-1998-0691.ch014.

(22) Amagase, H., et al. (2001): Intake of garlic and its bioactive components. In: J Nutr. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11238796.

(23) Block, E. (1985): The chemistry of garlic and onions. In: Sci Am. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3975593.

(24) Andrianova, IV., et al. (2003): [Effect of long-acting garlic tablets “allicor” on the incidence of acute respiratory viral infections in children]. In: Ter Arkh. URL:  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12718222.

(25) Josling, P. (2001): Preventing the common cold with a garlic supplement: a double-blind, placebo-controlled survey. In: Adv Ther. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11697022.

(26) Nantz, MP., et al. (2012): Supplementation with aged garlic extract improves both NK and γδ-T cell function and reduces the severity of cold and flu symptoms: a randomized, double-blind, placebo-controlled nutrition intervention. In: Clin Nutr. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22280901.

(27) Lissiman, E. / Bhasale, AL. / Cohen, M. (2012): Garlic for the common cold. In: Cochrane Database Syst Rev. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22419312.

(28) Kourounakis, PN. / Rekka, EA. (1991): Effect on active oxygen species of alliin and Allium sativum (garlic) powder. In: Res Commun Chem Pathol Pharmacol. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1667340.

Update Protokoll

06.10.2018 – Grafiken zu Meta-Analysen ergänzt

07.10.2018 – Supplement Nr. 7 (Knoblauch) hinzugefügt


Bildquelle Titelbild: Fotolia / Enur


 

Über Damian Minichowski

Damian N. „Furor Germanicus“ Minichowski ist der Gründer und Kopf hinter dem Kraftsport- und Ernährungsmagazin AesirSports.de. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian in regelmäßigen Abständen für bekannte Online-Kraftsport und Fitnessmagazine, wo er bereits mehr als 200 Fachartikel zu Themen Kraftsport, Training, Trainingsphilosophie, Ernährung, Gesundheit und Supplementation geschrieben hat.

Zu seinen Spezialgebieten gehört das wissenschaftlich-orientierte Schreiben von Fachartikeln rund um seine Passion – Training, Ernährung, Supplementation und Gesundheit.

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