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Degenerative Gelenkerkrankung: Supplemente zur Behandlung einer (Osteo-)Arthrose

Im Kampf gegen Gelenkverschleiß: Supplemente zur Behandlung einer (Osteo-)Arthrose

Wenn wir von einer Arthrose sprechen, dann beziehen wir uns in der Regel auf eine degenerative Erkrankung der Gelenke, bei der es u.a. in Händen, Hüften und Knien zu einem verstärkten Verschleiß des Knorpelgewebes kommt, der das altersentsprechende Maß übersteigt (41).

Es handelt sich hierbei um die am häufigsten diagnostizierte Form der Arthrose, von der schätzungsweise 12% der Bevölkerung betroffen sind (40) (die jedoch nicht mit einer rheumatoiden Arthritis – einer chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankung der Gelenke - verwechselt werden sollte). Dementsprechend dürfte es nicht allzu überraschend sein, dass Arthrosen in Hüfte und Knien – weltweit betrachtet – zu den häufigsten Ursachen (Platz 11) für eine Behinderung gehören (42).

Alters- und geschlechtsspezifische Inzidenzraten (/1000 Personenjahre) von Kniearthrose (schwarz), Hüftarthrose (rot), und Handarthrose (grün). Durchgezogene Linie = Gesamtbevölkerung; kurze gestrichelte Linie ) Frauen; lange gestrichelte Linie = Männer. (Bildquelle: Allen & Golightly, 2015)

Alters- und geschlechtsspezifische Inzidenzraten (/1000 Personenjahre) von Kniearthrose (schwarz), Hüftarthrose (rot), und Handarthrose (grün). Durchgezogene Linie = Gesamtbevölkerung; kurze gestrichelte Linie ) Frauen; lange gestrichelte Linie = Männer. (Bildquelle: Allen & Golightly, 2015)

Zu den Folgen einer fortschreitenden Arthrose, die im anglo-amerikanischen Sprachraum auch als Osteoarthritis“ (OA) bezeichnet wird, gehören beispielsweise Schmerzen, Schwellungen und eine Einschränkung des Bewegungsradius in den betroffenen Körperstellen (39).

Ursächliche Faktoren & Behandlung

Eine genetische Anfälligkeit, morphologische Unterschiede bei Knochen und Gelenken (anatomische Form und Anordnung) und traumatische Verletzungen zählen zu den ursächlichen Faktoren, welche die Entstehung einer Arthrose begünstigen. Die exzessive Belastung der Gelenke, der Alterungsprozess sowie Übergewicht sind weitere, bekannte Risikofaktoren.

Alters- und geschlechtsspezifische Inzidenzraten (/1000 Personenjahre) von Kniearthrose (schwarz), Hüftarthrose (rot), und Handarthrose (grün). Durchgezogene Linie = Gesamtbevölkerung; kurze gestrichelte Linie ) Frauen; lange gestrichelte Linie = Männer. (Bildquelle: Allen & Golightly, 2015)

Kenne den Unterschied: Ein gesundes Gelenk im Vergleich zu einer Osteoarthrose und rheumatoider Arthrose. Zum Vergrößern, bitte hier klicken. (Bildquelle: fotolia / elenabsl)

Tatsächlich wird Übergewicht häufig mit eine Arthrose in den Kniegelenken in Verbindung gebracht (5), insofern erscheint es durchaus logisch, dass eine Gewichtsabnahme zu einer Linderung der Symptomatik und Verbesserung der Situation beitragen kann (6). Ausgewogenes Training ist dazu in der Lage, die mit der Arthrose in Verbindung gebrachten Schmerzen zu lindern (7) und die Gelenkfunktion zu verbessern (8) – erfordert jedoch eine ausreichende Berücksichtigung der individuellen Situation (z.B. weil nicht alle Trainingsformen für jeden Betroffenen in Frage kommen) (9).

Mögliche mit Übergewicht in Verbindung stehende Signalwege, die zu Arthrose beitragen. CRP = C-reaktives Protein; IL = Interleukin; TNF = Tumor-Nekrose-Faktor. (Bildquelle: Bliddal et al., 2014; adaptiert nach Vincent et al., 2012)

Mögliche mit Übergewicht in Verbindung stehende Signalwege, die zu Arthrose beitragen. CRP = C-reaktives Protein; IL = Interleukin; TNF = Tumor-Nekrose-Faktor. (Bildquelle: Bliddal et al., 2014; adaptiert nach Vincent et al., 2012)

Der Einsatz von Paracetamol (und anderen anti-entzündlichen Schmerzmitteln) stellt das derzeitige, konservative Mittel der Wahl zur Behandlung einer Arthrose dar (42)(43)(44), allerdings wird immer deutlicher, dass die vermehrte Gabe derartiger Medikamente mit einer Reihe von adversen Effekten (u.a. einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Herz-Infarkte) in Verbindung gebracht wird (10)(11).

OARSI-Leitlinien für die nichtoperative Behandlung von Kniearthrose. (Bildquelle: McAlindon et al., 2014)

OARSI-Leitlinien für die nichtoperative Behandlung von Kniearthrose. (Bildquelle: McAlindon et al., 2014)

Dieser Umstand trägt dazu bei, dass derzeitig vermehrt nach alternativen, nebenwirkungsärmeren Wegen und Therapien gesucht wird, um Arthrosen zu behandeln. Nahrungsergänzungsmittel („Supplemente“) stellen eine solche Möglichkeit dar und erfreuten sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit – auch im Kampf gegen Gelenkverschleiß. Dabei lassen sich Supplemente zur Förderung der Gelenkgesundheit grob in zwei Kategorien einteilen:

  • Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung der Struktur und Reparatur, die auf eine Zufuhr der elementaren Nährstoffe zum Erhalt und Aufbau gesunder Gelenke abzielen.
  • Nahrungsergänzungsmittel, die anti-entzündliche wirken und somit auch dazu in der Lage sind Schmerzen zu lindern und dem Verschleiß von Knorpelgewebe zu minimieren (13).

Glucosamin und Chondroitin zählen zu den am besten erforschten und am häufigsten verwendeten Supplementen zur Behandlung einer Arthrose - und sie sind derzeitig die einzigen Wirkstoffe, deren Einnahme von der Osteoarthritis Research Society International (OARSI) in einem solchen Fall empfohlen wird (14). Dabei ist das Angebot an Supplementen, die zur Förderung der Gelenkgesundheit vermarktet werden, sehr viel größer.

Es stellt sich somit die Frage, wie effektiv (und sicher) die Einnahme verschiedenster Supplemente aus diesem Bereich tatsächlich ist. Meta-Analysen und systematische Reviews können uns eine potenzielle Antwort darauf liefern, so dass wir informierte Entscheidungen bei der Wahl unserer Waffen im Kampf gegen den Gelenkverschleiß treffen können.

Also, lass uns so gleich zur Tat schreiten und einen näheren Blick auf eine solche aktuelle Arbeit werfen. (...)


Dieser Artikel erschien in der 05/2022 Ausgabe des Metal Health Rx Magazins.

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Bildquelle Titelbild: fotolia / wavebreak3


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