If It Fits Your Macros (IIFYM) Guide: Die flexible Form der (Kraft-)Sport Ernährung

If It Fits Your Macros (IIFYM): Die flexible Form der (Kraft-)Sport Ernährung
  Von Damian Minichowski | Benötigte Lesezeit: 29 Minuten |

Viele von uns trainieren und formen ihre Körper aus Leidenschaft. Hat man erst einmal Blut geleckt und im Spiegel gesehen, welche Auswirkungen der Kraftsport auf die Physis haben kann, lässt es viele nicht mehr los.

Die Schlacht am Buffet

Man mag sich natürlich darüber streiten, aber in meinen Augen ist das Training der leichteste Part an der ganzen „Transformations“-Geschichte. Es nimmt nur einen geringen Zeitfaktor in Anspruch, z.B. 7-14 Stunden pro Woche – je nach Trainingsstand, Ziel und Plan. Die Woche hat jedoch 168 Stunden und das heißt, dass du 154 – 161 Stunden pro Woche übrig hast, um bei der Ernährung die richtigen oder falschen Entscheidungen zu treffen.

Die Zusammenstellung und Planung der Mahlzeiten, sowie ihre Zubereitung und Einnahme stellt einen großen Arbeitsaufwand dar, der pflichtbewusst erledigt werden möchte (ja, auch das Essen kann ab einer bestimmten Nahrungsmenge zur „Arbeit“ ausarten). Und selbst wenn man das alles unter einen Hut bekommt, muss man immer noch den vielen Versuchungen im Alltag widerstehen:

  • Die Torte, die vom Arbeitskollegen zur Feier des Geburtstags im Büro aufgetischt wird.
  • Das Geschäftsessen mit einem wichtigen Kunden zu Mittag, der viel Wert auf das Zwischenmenschliche (und gutes Essen) legt.
  • Die Pizza, die sich deine bessere Hälfte abends vom Lieferdienst bringen lässt, um diese bei einem gemütlichen Netflix-Abend genussvoll zu verspeisen.
  • Die Einkehr beim Dönerladen des Vertrauens, zu dem dich deine Kumpel schleppen, bevor es zur Party geht.
  • Das Einladung zum Dinner bei deinen (zukünftigen?) Schwiegereltern, wo du einen guten Eindruck hinterlassen musst/willst.
  • etc.

Diese Liste der Momente, bei denen du in Versuchung geführt werden könntest, um von deinem eigentlichen Ernährungsplan abzuweichen, ist nahezu Legion und ich bin mir sicher, dass dir beim Lesen dieser Zeilen deine ganz persönlichen Situationen einfallen werden, wo du hart mit dir kämpfen musstest, um die Contenance zu bewahren (und nicht einfach auf deinen Ernährungsplan zu schei***en).

Oft ist es auch kein Problem die Disziplin zu wahren, wenn man ein klares Ziel vor Augen hat. Morgens ist es für viele Menschen z.B. super einfach die richtige Entscheidung am Esstisch zu treffen, doch nach einem Arbeitstag voller Stress und Ärger ist unsere Willenskraft stark erschöpft oder nahezu aufgebraucht. „Ach was solls,“ lautet dann die Devise, „es wird schon nicht so schlimm sein, wenn ich mir diese Pizza/Schoki/Eiscreme gönne.“ Und was sich im ersten Moment noch gut und belohnend anfühlt, hinterlässt wenig später ein Gefühl des Versagens (insbesondere dann, wenn die ganze Geschichte ausartet - youknowwhatimean.jpg).

Du siehst, worauf ich hinausmöchte: Man trainiert nur für wenige Stunden pro Woche im Gym, aber man muss sich fortlaufend – ja, nahezu den ganzen Tag – mit der Ernährung auseinandersetzen und dazu motivieren dranzubleiben. Im Aufbau ist das eventuell noch nicht so schlimm, da du dein Hungergefühl irgendwann ohnehin plattgemacht hast und eigentlich nicht mehr essen willst, doch in der Diät wird der ganze Ernährungszirkus umso schlimmer.

Und dann gibt es da noch diese Liste mit verbotenen Lebensmitteln, auf die du eigentlich Bock hast, die aber keinen Platz in deinem (mustergültigen) Ernährungsplan hat. Dieser ständig wiederkehrende Heißhunger macht es nicht einfacher die richtige Entscheidung am Esstisch zu treffen.

If It Fits Your Macros (IIFYM) Guide: Die flexible Form der (Kraft-)Sport Ernährung  

Abgesehen davon, dass dieses Foto jeglicher Realität entbehrt (eine Pizza für 5 Leute? Yooo...is klar) - was wäre, wenn du in einem gewissen Rahmen essen könntest, wonach es dich gelüstet und dabei trotzdem schlank, stark und muskulös werden könntest? Dies würde nicht nur eine (oftmals selbst auferlegte) soziale Ausgrenzung ad acta legen, sondern auch die Lebensfreude und den Spaß an der ganzen "Transformations"-Geschichte zurückbringen, oder? (Bildquelle: Fotolia / Mediteraneo)

Aber was wäre, wenn du essen könntest, worauf du Bock hast?

Also … klar, es gäbe da noch ein paar Richtlinien, an denen du dich orientieren müsstest, aber wie wäre es,

  • …wenn du dir 1-2 von den Tortenstücken, die dein Kollege auf der Arbeit anschleppt, ruhig können könntest und dabei immer noch (Fett) abnimmst oder (Muskeln) aufbaust?
  • …wenn du beim Geschäftsessen mit deinem Kunden genau das bestellst, worauf du Lust hast und zum Ende der Woche trotzdem das gewünschte halbe Kilo weniger auf der Waage hast (natürlich weniger Fett!)?
  • …wenn du abends bei deiner besseren Hälfte einfach eine Pizza mitbestellen kannst, ihr zwei euch einen gemütlichen Netflix-Abend macht und am nächsten Tag im Gym neue Rekorde brichst?
  • …wenn du dir beim Dönerladen etwas Leckeres gönnen kannst, anschließend die Nacht durchfeierst und trotzdem deine Ernährung auf die Kalorie genau passt?
  • …wenn du statt Tupperdosen ein kleines Präsent mit Blumen zum Dinner mitbringst, dich an der Hausmannskost deiner Schwiegermutter (in spe) labst, ohne bei deinen Abnehmbemühungen zurückgeworfen zu werfen?

Nun, so ein „Ernährungskonzept“ gibt es und es nennt sich If It Fits Your Macros (abgekürzt: IIFYM).

In diesem ausführlichen Guide werde ich dir dieses System der flexiblen Ernährung näherbringen. Du wirst erfahren, was sich hinter IIFYM verbirgt, wo die Vor- und Nachteile liegen, wie es funktioniert, warum es funktioniert, für wen es geeignet ist (und für wen nicht) und wie man damit loslegt (und erfolgreich ist).

Noch viel wichtiger: Du wirst erfahren, was das IIFYM nicht ist. Es gibt da nämlich ein großes Missverständnis bezüglich der Konzeption und Durchführung, weshalb dem IIFYM gerne auch ein (meiner Meinung nach zu Unrecht) schlechter Ruf angedichtet wird.

Komm‘, Essen ist fertig!


Dieser Artikel erschien in der 08/2018 Ausgabe unseres MHRx Magazins

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / Mikhaylovskiy


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