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Kohlenhydratstoffwechsel & Overreaching: So können Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGMs) dabei helfen ein trainingsinduzierte Überlastung zu identifizieren

Es gibt viele gute Gründe, um sportlich aktiv zu sein. So trainiert ein beträchtlicher Anteil der Personen, um in der Sportart, die sie praktizieren, besser und leistungsfähiger – also z.B. stärker, schneller, ausdauernder und/oder muskulöser – zu werden. Dieses Ziel wird durch ein herausforderndes Training erreicht, welches zu einem sogenannten Überlastungsreiz führt, der nach einer kurzen (aber erforderlichen) Periode der Erholung zu einer Adaption des Körpers und der beanspruchten Systeme, etwa das Herz-Kreislauf-System, führt (siehe auch das Prinzip der progressiven Überlastung und Anpassungssyndrom / Superkompensation).

Eine trainingsinduzierte Überlastung führt zu einem Zustand der akuten Erschöpfung, der unter idealen Bedingungen binnen weniger Stunden bis Tage wieder verschwindet, sofern dem Körper ein ausreichender Zeitraum zur Regeneration zur Verfügung gestellt wird (11). Dies beinhaltet, neben Ruhe (kein intensives und anstrengendes Training) auch eine adäquate Versorgung mit Energie und Nährstoffen, um beschädigte Strukturen zu reparieren bzw. zu verstärken und die energetischen Reserven (etwa Glykogenspeicher) wiederaufzufüllen. Fällt die Erholung dagegen unzureichend aus, kann es zu einem funktionalen oder nicht-funktionalen Overreaching kommen, welches sich vor allem durch einen andauernden Leistungseinbruch bemerkbar macht, der Tage bis Wochen (funktional, FOR), bis Wochen und Monate (nicht-funktional, NFOR) bemerkbar macht und als eine Art von Vorstufe des Übertrainings (sog. Underperformance-Syndrom) betrachtet werden kann.

Obwohl das funktionale Overreaching relativ häufig beobachtet werden kann (etwa nach einem intensiven Trainingsblock), wird es von vielen Sportlern als notwendiges Übel zur Optimierung der Leistung betrachtet (5)(6)(11). Nichtsdestotrotz gibt es Hinweise, die darauf hindeuten, dass ein solcher Zustand – verglichen mit einer akuten Erschöpfung - zu einer verschlechterten Adaption führt (6). Verschiedene Begleitsymptome, wie z.B. eine herabgesenkte kardiale Leistung (8)(13), eine verringerte Ausschüttung von Katecholaminen bei Belastung (8)(14), eine erhöhte sympathische Nerv-Aktivität der Muskulatur bei Ruhe (15), eine beeinträchtigte physiologische Trainingsadaption (6)(7)(15), sowie die erhöhte Infektanfälligkeit (16) weisen zudem ebenfalls auf eine gewisse Maladaption hin. Insofern lautet die generelle Empfehlung, dass ein funktionales Overreaching nach Möglichkeit vermieden werden sollte.

Trotz der jahrzehntelangen Forschung bleiben noch viele Unklarheit bezüglich der zu Grunde liegenden Mechanismen, welche zu einer Verschlechterung der Performance führen, wenn es zu einem Overreaching bzw. Übertraining kommt (siehe hierzu auch unseren ausführlichen Beitrag zu Übertraining). Dies liegt zu einem wesentlichen Anteil auch an verschiedenen, verzerrenden Faktoren (z.B. einer niedrigen Energieverfügbarkeit), welche die Interpretation einschlägiger Studien zu dieser Thematik erschweren. Einige Arbeiten haben gezeigt, dass das Overreaching während einer körperlichen Belastung ab einer Intensität von ca. 70% des VO2max mit einer Verringerung der Blutlaktat-Konzentration einhergeht (8)(14)(18). Zwar wurde die Substratnutzung bei betroffenen Sportlern bis dato nur unzureichend untersucht, allerdings zeigte ein Team aus Forschern in einigen neueren Untersuchungen, dass die kapillare Glukose-Konzentration bei einer hoch-intensiven Trainingsbelastung verringert war (19)(20).

Ein solcher Umstand könnte darauf hindeuten, dass es im Zuge eines Overreachings zu einer veränderten zirkulierenden Glukose-Konzentration bzw. einer Veränderung bei der Glukose-Nutzung bei sportlicher Belastung kommt. Sollte sich diese Annahme bewahrheiten, könnte der Einsatz einer kontinuierlichen Glukosemessung via CGM - welches normalerweise bei Diabetikern zum Einsatz kommt - ein hilfreicher (Zusatz-)Indikator zur Feststellung eines Overreachings bei Sportlern sein.

Ob das tatsächlich der Fall ist, wurde von einem Forscher-Team vor nicht allzu langer Zeit untersucht. Diese Arbeit (und ihre Resultate samt Implikationen) möchte ich im nachfolgenden Beitrag eingehender beleuchten. (...)


Dieser Artikel erscheint in Kürze in der 03/2025 Ausgabe des Metal Health Rx Magazins.

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