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Intermittent Dieting: Strategischer Einsatz von Diätpausen bei Sportlern & Athleten zur Optimierung der Fettverbrennung?

P-Ratio Revised: Wie viel Muskelmasse verliert man während einer Diät?

Bei der Durchführung einer Diät konzentrieren sich die meisten Menschen auf eine Reduktion des Körpergewichts, wobei zur Erfolgsmessung in der Regel eine Waage verwendet wird. Sinkt das Gewicht auf der Waage, wird dies häufig als Diäterfolg interpretiert. Das Gewicht, welches wir im Zuge einer Diät „verlieren“, besteht jedoch nicht zu 100% aus reinem Körperfett, sondern beinhaltet auch Muskelmasse, sowie andere fettfreie Gewebearten (z.B. Organe) (18)(19)(20)(21). Entsprechend verrät dir die Veränderung der Zahl auf der Waage nicht die ganze Geschichte, wenn es darum geht die Effektivität deiner Diät zu bewerten.

Wer übergewichtig ist und abnehmen möchte (oder gar dringend abnehmen muss), vernachlässigt dieses Detail und freut sich, wenn die Pfunde schnell(er) schmelzen. Individuen, die regelmäßig Kraftsport betreiben, um Kraft und Muskulatur aufzubauen bzw. die  Körperkomposition zu optimieren, haben dagegen ein verstärktes Interesse an einer Maximierung des Fettabbaus bei gleichzeitiger Minimierung des Muskelabbaus – schließlich geht es nicht darum die zuvor aufgebaute Muskulatur wieder zu verlieren, sondern darum sie freizulegen, indem die unerwünschten Fettpolster abgebaut werden. Dabei stellen das Krafttraining selbst, wie auch ein adäquates Schlafpensum und eine proteinreiche Ernährung sinnvolle Schritte dar, um den Fettabbau zu unterstützen und den Muskelerhalt in einer Diät zu maximieren.

Aber können wir den Verlust von Muskelmasse während einer Diät überhaupt gänzlich vermeiden? Diesbezüglich lieferte Dr. Gilbert B. Forbes vor einigen Jahrzehnten einen empirischen Nachweis über die nicht-lineare Beziehung zwischen Fettmasse und fettfreier Masse bei einer Veränderung der Körperkomposition (3)(4) – das Modell wurde wenige Jahre später von Dr. Kevin Hall überarbeitet und erweitert (5). Die sogenannte P-Ratio(von „partitioning ratio“) quantifiziert die Proportion mit der die fettfreie Masse (z.B. Muskulatur), relativ zur Gesamt-Veränderung des Körpergewichts, ab- bzw. aufgebaut wird.

Der fettfreie Anteil der Körpergewichtsveränderung (ΔFFM/ΔBW) als Funktion der anfänglichen Fettmasse (FM) während der Gewichtsabnahme (a, c, d) und der Gewichtszunahme (b). Die theoretischen Kurven werden für verschiedene Grade der Körpergewichtsveränderung zusammen mit Datenpunkten aus experimentellen Studien am Menschen dargestellt. Panel d) zeigt Daten zu Veränderungen der Körperzusammensetzung nach einer bariatrischen Operation, wobei die durchschnittlichen Körpergewichtsverluste neben jedem Datenpunkt angegeben sind. (Bildquelle: Hall, 2007)

Der fettfreie Anteil der Körpergewichtsveränderung (ΔFFM/ΔBW) als Funktion der anfänglichen Fettmasse (FM) während der Gewichtsabnahme (a, c, d) und der Gewichtszunahme (b). Die theoretischen Kurven werden für verschiedene Grade der Körpergewichtsveränderung zusammen mit Datenpunkten aus experimentellen Studien am Menschen dargestellt. Panel d) zeigt Daten zu Veränderungen der Körperzusammensetzung nach einer bariatrischen Operation, wobei die durchschnittlichen Körpergewichtsverluste neben jedem Datenpunkt angegeben sind. (Bildquelle: Hall, 2007)

Die P-Ratio verrät uns, simpel ausgedrückt, wie viel Muskulatur du anteilsmäßig während deiner Diät verloren hast. Da die P-Ratio zwischen den Werten 0 und 1 normiert ist (1 = verlorenes Gewicht stammt zu 100% aus fettfreier Masse; 0 = verlorenes Gewicht stammt zu 100% aus Fettmasse) ist eine möglichst niedrige P-Ratio wünschenswert. Zwei stark vereinfachte Beispiele:

  • Günstiges Szenario: Wenn du durch deine Diät 10 kg abgenommen hast und davon 2 kg auf die fettfreie Masse entfallen, liegt die P-Ratio bei 0,2. (2 / 10 = 0,2)
  • Ungünstiges Szenario: Wenn du durch deine Diät 10 kg abgenommen hast, wovon 6 kg auf die fettfreie Masse entfallen, liegt die P-Ratio bei 0,5 (6 / 10 = 0,6).

Es ist wichtig zu verstehen, dass die P-Ratio eines Menschen niemals statisch, sondern dynamisch ist, wobei die Höhe der P-Ratio durch zahlreiche Umstände (z.B. die Höhe des Kaloriendefizits, die Proteinaufnahme, den Art und Umfang des praktizierenden Sports, dem ursprünglichen Körperfettanteil sowie genetische und hormonelle Faktoren) beeinflusst wird.

Auch wenn das P-Ratio Konzept nach wie vor eine hohe Relevanz hat (und das nicht nur in der Kraftsportgemeinde, sondern auch für die Allgemeinbevölkerung), mangelte es bisher an validierten Prognosemodellen, um die Veränderungen der Muskelmasse mit einem diätinduzierten Gewichtsverlust zu verknüpfen. Der Nutzen eines solchen Modells wäre zweifelsohne vorhanden – etwa zur Bewertung der muskelspezifischen Wirkung von Medikamenten und Sportinterventionen im Kontext einer Diät oder um herauszufinden, wie sich verschiedene Variablen (Alter, Geschlecht etc.) bei einer Diät auf den Verlust von Fett- und Muskelmasse auswirken.

Nur gut, dass ein Forscherteam vor nicht allzu langer Zeit den Versuch unternommen hat, um ein solches Prognosemodell zu erstellen. Und dieser Arbeit werden wir uns im weiteren Verlauf dieses Beitrag nun widmen. (...)


Dieser Artikel erschien in der 07/2025 Ausgabe des Metal Health Rx Magazins.

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Bildquelle Titelbild: depositphotos / Improvisor


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