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Die Folgen von Schichtarbeit I: Schichtarbeiter-Syndrom, mentale Gesundheit & Ernährung

Die Folgen von Schichtarbeit I: Schichtarbeiter-Syndrom, mentale Gesundheit & Ernährung

Von Sérgio Fontinhas | Benötigte Lesezeit: 15 Minuten

Als Schichtarbeit bezeichnet man eine ganz bestimmte Form der Organisation der Arbeitszeit, in der die Tätigkeiten von verschiedenen Teams in zeitlicher Abfolge erledigt werden.

Definiert wird sie als Tätigkeit, die außerhalb der typischen Arbeitszeiten (6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends) stattfindet und häufig mehr als den üblichen 8-Stunden-Tag abdeckt. In manchen Fällen umspannt der Zeitraum sogar eine komplette 24-stündige Periode (1). Diese “Rund-um-die-Uhr”-Aktivitäten können Schicht- und Nachtarbeit, eine komprimierte Woche, Samstags- und Sonntagsarbeit, unreguläre und flexible Arbeitszeiten sowie geteilte Schichten umfassen (1)(2).

Im Jahre 2000 waren 76% der arbeitenden Bevölkerung in der Europäischen Union außerhalb der “normalen” Tagesarbeitszeiten beschäftigt, während in den USA fast 15% der Angestellten in Vollzeittätigkeit üblicherweise in Schichten arbeiteten, die Nachts stattfanden (3). Darüber hinaus arbeiteten Afroamerikaner häufiger im Schichtsystem als Weiße, Hispanoamerikaner/Latinos oder Asiaten; anzumerken ist, dass Schichtarbeit mit zunehmendem Alter allmählich abnimmt (3).

Schichtarbeit, nach Ländergruppe (in %). EU27 + Turkey, Kroatien sowie Schweiz und Norwegen. (Bildquelle: Eurofund, 2005)

Schichtarbeit, nach Ländergruppe (in %). EU27 + Turkey, Kroatien sowie Schweiz und Norwegen. (Bildquelle: Eurofund, 2005)

Bis 2005 entfielen im Durchschnitt 36-58% auf abendliche Tätigkeit und 18-24% auf Nachtschichten (1)(4). Sieben Prozent der Nachtschichtarbeiter arbeiten permanent in der Nachtschicht (4). In Kanada arbeiteten 2006 schätzungsweise 1,9 Millionen Arbeitnehmer (das sind 13% der arbeitenden Bevölkerung) in regelmäßigen Nacht- oder Wechselschichten (5).

Schichtarbeit, nach Sektor (in %). EU27. (Bildquelle: Eurofund, 2005)

Schichtarbeit, nach Sektor (in %). EU27. (Bildquelle: Eurofund, 2005)

Eine Arbeit im Schichtsystem, die Nachtschichten beinhaltet, gilt als der stärkste Störfaktor der biologischen Homöostase. Damit verbunden sind auch erhöhte Risikofaktoren, welche die Gesundheit der Arbeiter betreffen (1), aber auch Auswirkungen auf das soziale Leben.

All das ist Grund genug, um sich ein wenig intensiver mit den Folgen der Schichtarbeit auseinanderzusetzen. Vielleicht bist du als Schichtarbeiter sogar selbst betroffen oder kennst jemanden, der mit seiner Tätigkeit im Schichtsystem zu kämpfen hat – in dem Fall solltest du auf jeden Fall weiterlesen, um mehr über die kurz- und langfristigen Folgen einer Tätigkeit im Schichtsystem (und insbesondere Nachtschichten) zu erfahren, um dich für das Thema zu sensibilisieren und zu erfahren, welche Strategien, Mittel und Wege offen stehen, um die Toleranz an eine derartige physische und psychische Herausforderung zu steigern.

Dieser erste Part befasst sich als Bestandteil einer mehrteiligen Reihe mit dem Sichtarbeiter-Syndrom, den Auswirkungen der Schichtarbeit auf die mentale Gesundheit und Ernährung. (...)


Dieser Artikel erschien in der 07/2020 Ausgabe des Metal Health Rx Magazins.

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Bildquelle Titelbild: depositphotos /  dusanpetkovic


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