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Gut gewürzt: Verringert eine hohe Salzaufnahme den täglichen Kalorienverbrauch?

(Zu) Gut gewürzt: Verringert eine hohe Salzaufnahme den täglichen Kalorienverbrauch?

Individuen, die körperlich aktiv sind und viel Sport treiben, entwickeln häufig eine bestimmte Präferenz für elementare Nährstoffe, die unser Körper auf regelmäßiger Basis braucht, um gesund und funktionstüchtig zu bleiben. So ist es häufig auch bei Salz. Aufgrund des vermehrten Verlustes von Elektrolyten über den Schweiß, der u.a. Magnesium, Kalium Kalzium und vor allem auch Salz (Natriumchlorid) enthält, kann es passieren, dass Menschen einen vermehrten Appetit auf Salziges entwickeln, um Defizite auszugleichen (7)(8).

Eine zu hohe Zufuhr an Natriumchlorid (zu hoch im Sinne von über dem täglichen Bedarf) kann jedoch auch mit gesundheitlichen Komplikationen einhergehen (9). So gibt es beispielsweise einen starken Zusammenhang zwischen zu viel Salz und der Entstehung von Bluthochdruck als kardiovaskulärer Risikofaktor (5). Im Jahr 2017 waren weltweit 3 Millionen Todesfälle und 70 Millionen um Behinderungen bereinigte Lebensjahre auf eine hohe Natriumaufnahme zurückzuführen. Etwa 2,7 Millionen dieser Todesfälle werden auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgeführt (1)(13).

Die Zufuhrempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegen bei 5 bzw. 6 g pro Tag (10)(11). Dies sind Werte, die der typische, deutsche Bundesbürger bzw. die typische, deutsche Bundesbürgerin mit durchschnittlich 8,4g/Tag (Männer) bzw. 10,0g/Tag (Frauen) bei weitem überschreiten (12).

Konzeptuelles Diagramm des Gesundheitsrisikos durch die Natriumaufnahme auf der Grundlage der aktuellen Erkenntnisse: Der niedrigste Risikobereich (d.h. der "Sweet Spot") für die Natriumaufnahme liegt bei ~3 bis 5 g/Tag, wobei sowohl niedrigere als auch höhere Aufnahmemengen mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Tod verbunden sind. Die Empfehlung der Dietary Guidelines for Americans (DGA) für Natrium korrespondiert mit einem höheren Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen. (Bildquelle: Mente et al., 2021)

Konzeptuelles Diagramm des Gesundheitsrisikos durch die Natriumaufnahme auf der Grundlage der aktuellen Erkenntnisse: Der niedrigste Risikobereich (d.h. der “Sweet Spot”) für die Natriumaufnahme liegt bei ~3 bis 5 g/Tag, wobei sowohl niedrigere als auch höhere Aufnahmemengen mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Tod verbunden sind. Die Empfehlung der Dietary Guidelines for Americans (DGA) für Natrium korrespondiert mit einem höheren Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen. (Bildquelle: Mente et al., 2021)

Salz & Entstehung von Übergewicht

Studien der letzten Jahre deuten zudem darauf hin, dass eine zu hohe Salzaufnahme eine Rolle bei der Entstehung von Übergewicht spielen könnte (14)(15).

Laut einer aktuelleren Arbeit aus Großbritannien erhöht sich das Risiko, übergewichtig zu werden, für jedes zusätzlich aufgenommene Gramm Salz pro Tag, um +26% bei Erwachsenen und um +28% in Kindern (3). Diese Beziehung blieb auch dann bestehen, wenn für gewisse Störvariablen (darunter die Kalorienzufuhr) kontrolliert wurde.

Bereinigter mittlerer Body-Mass-Index (BMI) und Taillenumfang (Waist Circumference) entsprechend den Tertilen der Salzzufuhr, durch 24-Stunden-Natriumausscheidung im Urin gemessen. (Bildquelle: Ma et al., 2019)

Bereinigter mittlerer Body-Mass-Index (BMI) und Taillenumfang (Waist Circumference) entsprechend den Tertilen der Salzzufuhr, durch 24-Stunden-Natriumausscheidung im Urin gemessen. (Bildquelle: Ma et al., 2019)

Die Ergebnisse werden durch eine Arbeit von Zhou et al. (2019), bei der für andere Länder – u.a. Japan (+21%), China (+4%), Großbritannien (+29%) sowie den USA (+24%) – Korrelationen im ähnlichen Rahmen gefunden wurden, bestätigt (17).

Die meisten von uns dürften wissen, dass Übergewicht bzw. ein übermäßiger Aufbau von Körperfett die Folge einer unausgeglichenen Kalorienbilanz ist, bei der über längere Zeiträume mehr Energie (Kalorien) aufgenommen werden, als wir im Alltag verbrauchen.

Wilck et al. (2017) zeigten in einer Pilot-Studie mit 8 gesunden Männern, dass eine gesteigerte Salzzufuhr über einen Zeitraum von zwei Wochen zwar zu keiner Veränderung des Energieverbrauchs führt, sehr wohl aber zu einer Verringerung der postprandialen Thermogenese (Diet-induced thermogenesis, DIT)* beiträgt (6).

* Auch bekannt als thermischer Effekt von Nahrung – ein  Phänomen, bei dem sich die metabolische Stoffwechselrate nach einer Mahlzeit für kurze Zeit erhöht. DIT stellt einen elementaren Bestandteil der Komponenten dar, die uns aufzeigen, wie sich unser täglicher Kalorienverbrauch zusammensetzt.

Könnte es also sein, dass der begünstigende Effekt einer zu hohen Salzzufuhr auf die Entstehung von Übergewicht durch eine Reduktion des täglichen Kalorienverbrauchs erklärt werden könnte? Das Forscherteam der Pilot-Studie wollte diesen Sachverhalt näher untersuchen – und wir werden, im Rahmen dieses Editorials, einen genaueren Blick auf diese Arbeit werfen, um ein paar Antworten zu kriegen.


Dieser Artikel erschien als Editorial-Beitrag in der Februar 2022 Ausgabe des MHRx Magazins. Registriere dich kostenlos oder logge dich mit deinem bestehenden Account ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen!


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Bildquelle Titelbild: pixabay.com / mkupiec7


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