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Allein Vs. Zusammen: Welchen Einfluss hat das Essen in (guter) Gesellschaft auf die Kalorienzufuhr?

Sozialer Erleichterung: Welchen Einfluss hat das Essen in (guter) Gesellschaft auf die Nahrungs- & Kalorienzufuhr?

Der Mensch ist ein überaus soziales Lebewesen, dessen Verhalten in hohem Maße von der Gesellschaft, in der er lebt, beeinflusst wird. Dies trifft selbstverständlich auch auf Situationen zu, deren wir uns gar nicht bewusst sind – oder hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, welchen Einfluss die Gegenwart von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten darauf hat, was und wie viel du isst? Vermutlich nicht.

Aus vergangenen Untersuchungen und Studien wissen wir, dass Individuen dazu tendieren, mehr zu essen, wenn sie sich in Gruppen aufhalten (verglichen mit Situationen, in denen sie ihre Mahlzeiten alleine zu sich nehmen) (10)(11).

Die „Social Facilitation“-Theorie (zu Deutsch: „Theorie der sozialen Erleichterung“) besagt, dass sich die individuelle Leistung von Tier und Mensch verbessert, wenn Artgenossen anwesend sind. Entsprechende Effekte (Potenzierung dominanter Reaktionen) wurden u.a. bei einer Vielzahl von kognitiven und physischen Aufgaben durch die Präsenz von Mitmenschen nachgewiesen (12).

Trifft man sich nun in einer geselligen Runde, in der große Mengen an Nahrung auf dem Tisch kredenzt werden, dann besteht die dominante Reaktion eben darin, zu essen. Und die Leistungssteigerung, die damit einhergeht, ist ein erhöhter Verzehr von Nahrung (9)(13)(14).

Durchschnittliche Mahlzeitengröße in kcal (durchgezogene Linie) bzw. Kilokalorien, die durch die Aufnahme von Kohlenhydraten (●), Fett (*), Protein (X) oder Alkohol (+) zuzuschreiben ist, in Abhängigkeit von der Anzahl der Personen, die bei der Mahlzeit anwesend waren. (Bildquelle: de Castro, 1995)

Durchschnittliche Mahlzeitengröße in kcal (durchgezogene Linie) bzw. Kilokalorien, die durch die Aufnahme von Kohlenhydraten (●), Fett (*), Protein (X) oder Alkohol (+) zuzuschreiben ist, in Abhängigkeit von der Anzahl der Personen, die bei der Mahlzeit anwesend waren. (Bildquelle: de Castro, 1995)

Dementsprechend wird dieses Phänomen in der wissenschaftlichen Literatur als „Social Facilitation of Eating“ bezeichnet:

The present results demonstrate that it [social facilitation] occurs regardless of whether a snack or a meal is ingested, regardless of whether the meal is accompanied by alcohol or not, and regardless of when or where it is eaten. On the basis of these findings it would seem reasonable to conclude that social facilitation of eating is the most important and all pervasive influence on eating yet identified.

De Castro et al., 1990

Vor dem Hintergrund, dass auch heute noch viele Menschen ihre täglichen Mahlzeiten im Beisein ihrer Mitmenschen einnehmen (z.B. gemeinsames Abendessen mit der Familie, Mittagessen mit Kollegen, Restaurantbesuch mit Freunden etc.), könnte der soziale Erleichterungseffekt eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung von Übergewicht spielen (3) – insbesondere dann, wenn man die heutige Nahrungsverfügbarkeit und -qualität (Stichwort: kalorien-, fett- und kohlenhydratreiches Junk Food) in die Überlegung mit einbezieht.

Erfreulicherweise erschien im letzten Jahr eine neue Arbeit in Form eines systematischen Reviews (samt Meta-Analyse), die sich eingehender mit der aktuellen Studienlage zur sozialen Erleichterung des Essens befasst hat, auf die ich in den nachfolgenden Zeilen näher eingehen möchte.


Dieser Artikel erschien als Editorial-Beitrag in der Oktober 2020 Ausgabe des MHRx Magazins. Registriere dich kostenlos oder logge dich mit deinem bestehenden Account ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen!


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Bildquelle Titelbild: depositphotos / bnenin


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