Anabole Resistenz: Beeinträchtigt ein chronischer Kalorienüberschuss das Muskelwachstum?

Anabole Resistenz: Beeinträchtigt ein chronischer Kalorienüberschuss das Muskelwachstum?
 

Benötigte Lesezeit: 9 Minuten |


Bist du ein Freund der traditionellen „Bulk & Cut“-Methode? Dahinter verbirgt sich ein traditionelles Konzept aus der Welt des Bodybuildings, bei der Individuen zwischen Phasen des Kalorienüberschuss und Kaloriendefizit hin und herpendeln.

Der Sinn und Zweck derartiger Phasen besteht darin optimale Voraussetzungen für Muskelauf- und Fettabbau zu schaffen.

Muskelaufbau funktioniert am besten mit einem Kalorienüberschuss

Wenn du Muskeln aufbauen möchtest, dann musst du regelmäßig intensiv und mit moderart-schweren Gewichten trainieren können. Durch einen Kalorienüberschuss lieferst du dem Körper nicht nur das notwendige Baumaterial, sondern auch die Energie, die er benötigt, um fordernde Workouts durchzustehen. Naturgemäß nimmt man einen anteilsmäßigen Anstieg des Körperfettanteils in einer „Massephase“ in Kauf, da sich der exakte Kalorienverbrauch nicht auf die Kalorie genau ermitteln lässt und eine „Better Safe Than Sorry“-Mentalität vorherrscht, bei der die meisten Trainierenden auf Nummer sicher gehen wollen, dass dem Körper alle erforderlichen Nährstoffe (Makro und Mikro) in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass nicht alle Athleten mit der traditionellen Methode, die vor allem durch zahlreiche Profi-Bodybuilder populär geworden sind, so gute Ergebnisse erzielen, wie es die Theorie vermuten lassen würde. Dies liegt zu einem großen Teil daran, das den sogenannten „Naturals“ nicht die entsprechenden pharmazeutischen Hilfsmittel zur Verfügung stehen, die es einem Profi erlauben, schnelle und reichhaltige Zuwächse an Muskulatur im Aufbau sowie massive Fettverluste (bei besserem Muskelerhalt) in der Definition zu erreichen.

Epische Aufbauphase, lange Diät

Dies hat zur Folge, dass die anschließende Diät nach einem üppigen „Bulk“ in der Regel eine epische Länge erreicht. Je länger eine Diät jedoch andauert, desto anfälliger wird man auch für Muskelverluste, da fortwährende Anpassungen in Sachen Aktivität / Trainingspensum und Kalorienzufuhr durchgeführt werden müssen, um weiterhin Fett zu verlieren – d.h. du musst dich entweder mehr bewegen/trainieren und/oder die Kalorienzufuhr drosseln.

Abseits der Tatsache, dass die populäre Bulkmethode in der Praxis so ihre Tücken hat, gibt es für Personen, die ihren Weg zum perfekten Strandkörper ohne Zuhilfenahme von anabolen Steroiden oder stoffwechselfördernden Substanzen bestreiten, noch andere Aspekte, die es bei der Wahl der optimalen Strategie zu bedenken gilt.

In diesem Beitrag möchte ich dir erklären, wieso eine ausufernde Massephase im Kontext des optimalen Muskelaufbaus mit ernsthaften Konsequenzen verbunden ist. Falls du dich also schon immer gefragt hast, wieso du im Aufbau verhältnismäßig viel an Fett aber nur wenig an Muskulatur zulegst, dann liefert dir dieser Artikel vielleicht die erleuchtende Antwort.


Dieser Artikel erschien in der 02/2018 Ausgabe unseres MHRx Magazins

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / Nomad_Soul


2 Kommentare

  1. Genialer Beitrag! Allerdings frage ich mich, ob IF (16/8), natürlich ohne Frühstück und low carb, high fat, high protein, da nicht super angebracht ist.
    Oder wäre der niedrige Kohlenhydratanteil katabol?
    Vielen Dank im Voraus und beste Grüsse,
    Patrick

    • Hey Patrick,

      wenn du älter bist (ab 40 Jahre) ist es in jedem Fall besser, wenn die Proteinzufuhr pro Mahlzeit höher ausfällt. Ob IF der heilige Gral ist? Da bin ich mir nicht so sicher.

      Im Grunde genommen würde (und macht) es Sinn, wenn man versucht die Proteinsynthese so oft wie möglich zu aktivieren. Die Refraktärzeit liegt bei 3-5 Stunden, d.h. dass die Proteinbiosynthese nach ihrer maximalen Stimulation ungefähr 3-5 Stunden benötigt, um wieder auf das Basisniveau abzusinken. In diesem Zeitfenster kannst du Protein noch und nöcher zuführen, ohne das ein Mehrwert entsteht.

      Klar, das Protein wird entsprechend aufgenommen und verwertet, aber von der Warte des Muskelaufbaus her würde es Sinn machen, wenn man zum Frühstück eine proteinreiche Mahlzeit zu sich nehmen würde (wenn man Fette und Kohlenhydrate außen vor lässt bzw. Kalorien einsparen möchte).

      Im Grunde heißt das: Carb Backloading bzw. IF mit einem Zeitfenster, dass eher dem 16/8 Leangains-Prinzip gleicht (und weniger der Warrior Diet oder Eat Stop Eat entspricht, wo die Fastenzeiten exorbitant größer ausfallen).

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