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Ernährungsgewohnheiten & Supplemente zur Reduktion chronischer Schmerzen

Ernährungsgewohnheiten & Supplemente zur Reduktion chronischer Schmerzen

Jeder von uns ist auf die eine oder andere Art und Weise mit physischen Schmerzen vertraut – und sie gehören zum Leben dazu, denn sie stellen wichtige Signale unseres Körpers dar, mit denen er uns mitteilen möchte, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Wie werden (chronische) Schmerzen definiert?

Zu  unterscheiden gilt es zwischen akuten Schmerzen, welche durch die Präsenz von noxischen, (d.h. schädigenden oder krankheitserzeugenden) Stimuli bzw. bestehenden Gewebsschäden hervorgerufen werden, die das Gehirn sofort registriert und zwischen chronischen Schmerzen, die häufig auch als Symptome von ernstzunehmenden Erkrankungen gesehen werden und die über längere Zeiträume (+3 Monate) bestehen (14).

Gemäß der European Pain Federation wird zudem eine Differenzierung zwischen primären und sekundären chronischen Schmerzen proponiert, woraus sich eine simple Klassifikation von 7 Schmerztypen – in Abhängigkeit ihrer Ursache – ergibt (2)(14):

  • Primäre chronische Schmerzen (als Erkrankung): Fibromyalgie und nicht-spezifische Schmerzen im unteren Rücken.
  • Sekundäre chronische Schmerzen (als Symptom einer Erkrankung): Chronische krebsbedingte Schmerzen, chronische neuropathische Schmerzen, chronische viszerale Schmerzen, chronische posttraumatische und postoperative Schmerzen, chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen, sowie chronische muskuloskelettale Schmerzen.

Die 11. Auflage der International Classification of Diseases (ICD) für Mortalitäts- und Morbiditätsstatistiken führt demgegenüber eine leicht abgewandelte Form der Kriterien zur Definition von chronischen Schmerzen auf (15), wobei Schmerz in 3 Kategorien eingeteilt wird:

  • Kategorie 1: Chronischer Schmerz
  • Kategorie 2: Akuter Schmerz
  • Kategorie 3: Schmerz mit unspezifischer Ursache

Dabei schließt Kategorie 3 eine Vielzahl von Schmerzen (u.a. Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, aber auch Schmerzen im unteren Rücken oder in Gliedern und Gelenken) aus, so dass lediglich jene Art von Schmerz in diese Definition hineinfällt, die keinem exakten Organ oder Körperteil zugeordnet werden kann.

Die Folgen chronischer Schmerzen

Ganz gleich, welche Definition wird letztendlich auch zu Grunde legen: Aufgrund der hohen Prävalenzrate zählen Schmerzen und schmerzbedingte Erkrankungen weltweit zu den führenden Ursachen für Arbeitsunfähigkeit bzw. Invalidität – zu dem Fazit kommt die Global Burden of Disease Study von 2016 (3).

Mit jährlich 1,9 Milliarden betroffenen Menschen zählen rezidivierende Kopfschmerzen zu den am häufigsten auftretenden chronischen Schmerzen. Ebenfalls in den „Top 10“ vertreten sind Rücken- und Nackenschmerzen (16)(17), wobei die europäische Bevölkerung in Gruppen mit hohem und niedrigem Risiko für die Entwicklung chronischer Schmerzen eingeteilt wird.

Aufgrund der sozialen Belastung gehören u.a. ältere Menschen, Arbeitslose und die weniger Gebildeten zu den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, so dass auch die psychosoziale Komponente eine besondere Aufmerksamkeit erhalten sollte (5).

Chronische Kopfschmerzen gehören auch in Deutschland zu den am häufigsten auftretenden chronischen Schmerzen. Betroffen sind schätzungsweise 10-15% der Bevölkerung (24), wobei der Schweregrad im Laufe des Lebens variieren kann. (Bildquelle: depositphotos / ArturVerkhovetskiy)

Lifestylefaktoren, die chronische Schmerzen beeinflussen

Es gibt zahlreiche Variablen, die das Management chronischer Schmerzen negativ beeinflussen und erschweren – hierzu gehören u.a. eine ungesunde Ernährung (6), Übergewicht und Fettleibigkeit, Rauchen und Stress.

Wenn es um chronische Schmerzen geht, spielen unsere Ernährungsgewohnheiten eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn sie können einen positiven Einfluss auf zahlreche Komorbiditäten – darunter Übergewicht, Typ 2 Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen – haben (18)(19)(20)(21).

Einer (nach heutigen Maßstäben) typischen westlichen Ernährung mangelt es in der Regel an frischem Obst und Gemüse, die uns eine Vielzahl von hilfreichen Nährstoffen (9), Vitaminen und Mineralien (10), Antioxidantien (12), sowie Ballast- (22) und Pflanzenstoffen (11) liefern, die Entzündungsherde, die mit chronischen Schmerzen in Verbindung stehen, reduzieren. Demgegenüber können stark verarbeitete Fleisch- und Getreideprodukte, sowie Zuckerzusätze – die im Westen quasi auf der Tagesordnung stehen – können dagegen zu einer verstärkten Produktion von pro-entzündlichen Stoffen im Körper führen, die chronische Schmerzen noch zusätzlich verstärken (8).

Die Modifikation der eigenen Ernährungsgewohnheiten stellt vermutlich für viele betroffene Individuen, die unter chronischen Schmerzen leiden, die einfachste und nebenwirkungsärmste Methode dar, um chronische Schmerzen (besser) in den Griff zu kriegen. Aus diesem Grund möchte ich dir im weiteren Verlauf dieses Beitrags eine handliche, stichpunktartige (und hoffentlich hilfreiche) Zusammenfassung über evidenzbasierte Ernährungsgewohnheiten und Supplemente liefern, die anhand eines erst kürzlich veröffentlichten, systematischen Reviews als nützlich eingestuft wurden, wenn es um ein sinnvolles Management chronischer Schmerzen geht

Hierbei werden wir uns auf 8 Schmerztypen fokussieren, nämlich: Bauchschmerzen, Fibromyalgie, Schmerzen im unteren Rücken, chronische Kopfschmerzen und Migräne, muskuloskelettale Schmerzen, Neuropathie, Osteoarthritis (Arthrose) und Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen.


Dieser Artikel erschien als Editorial-Beitrag in der Februar 2021 Ausgabe des MHRx Magazins. Registriere dich kostenlos oder logge dich mit deinem bestehenden Account ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen!


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Bildquelle Titelbild: depositphotos / Sewcream


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