Schwarz-Weiß-Denken in der Ernährung: Essverhalten & Gewichtszunahme nach einer Diät

Schwarz-Weiß-Denken in der Ernährung: Essverhalten & Gewichtszunahme nach einer Diät
 

Benötigte Lesezeit: 7 Minuten |


Hast du schon mal deine Denkweise hinterfragt? Sehr viele Menschen neigen dazu sich die Welt viel zu einfach vorzustellen, als sie tatsächlich ist. Die Dinge sind für sie entweder Weiß (gut) oder Schwarz (schlecht).

Schwarz und Weiß – Ein psychischer Abwehrmechanismus

In der (Verhaltens-)Psychologie bezeichnet man eine solche Denkweise auch als „Splitting“ (Spaltung), einen psychischen Abwehrmechanismus, bei dem das Individuum es nicht schafft die Dichotomie (die positiven und negativen Qualitäten) des Selbst, einer Situation oder Sache in einen Kontext des „großen Ganzen“ zu bringen.

Tatsächlich besteht die Welt nämlich nicht aus eindeutigen, klaren Farben wie Weiß (gut) und Schwarz (schlecht), sondern eher aus Grautönen mit einer feinen Nuancierung (hängt davon ab…), die wiederum dynamisch sind (d.h. was heute nicht so gut ist, kann morgen evtl. förderlich oder super sein).

Schwarz-Weiß-Denken ist insbesondere in der Welt der Ernährung ein großes Thema (und dort speziell im Bereich der Essstörungen): Menschen essen bestimmte Lebensmittelgruppen und verzichten auf andere, weil sie glauben, dass sie dadurch fitter und gesünder werden. Sie denken, sie könnten besser abnehmen, wenn sie auf Lebensmittel X verzichten und stattdessen mehr von Lebensmittel Y und Z essen. Sie verbieten sich spezifische Produkte, die sie eigentlich gerne essen, weil ihnen negative Aspekte anhaften („das ist zu zuckerhaltig“, „es enthält zu viel Fett“, „es besteht aus einfachen Kohlenhydraten und ist ballaststoffarm“, „zu wenig Protein“).

Es liegt in der Natur des Menschen – bis zu einem bestimmten Grad - auf diese Art und Weise zu denken, weil es uns dabei hilft schnellere Entscheidungen zu treffen. Problematisch wird es jedoch, wenn ein solches Verhalten pedantische/krankhafte Züge annimmt und zu einer Reduktion der Lebensqualität, Gesundheit und Sozialisation führt.

Bedenke außerdem:

  • Nur weil du laktose- oder glutenintolerant bist, heißt das nicht automatisch, dass der Rest der Menschheit auf Milchprodukte und glutenhaltiges Getreide verzichten muss.
  • Nur weil du übergewichtig bist und lieber die Low Fat oder Low Carb Variante eines Produkts bevorzugst, bedeutet das nicht automatisch, dass die eine oder andere Form besser oder schlechter ist, als die andere.
  • Nur weil du ein paar zwielichtige Studien über Süßstoffe gelesen hast und dir nun einbildest, der Experte auf dem Gebiet zu sein, bedeutet das nicht, dass der umsichtige Konsum von süßstoffhaltigen Lebensmitteln und Getränken den Untergang der Menschheit herbeiführen wird.

Verschiedene Lebensmittel stellen für unterschiedliche Individuen zu einem bestimmten Zeit wohlmöglich eine bessere oder schlechtere Wahl dar, doch sie sind nicht universell als gut oder schlecht einzustufen.

Schwarz-Weiß-Denken im Kontext einer Diät

Die Menschen der westlichen Zivilisation haben ein „dickes Problem“ (wortwörtlich). Wir leben in einer Welt, in der (...)


Dieser Artikel ist nur für MHRx Mitglieder vollständig lesbar!

Werde Mitglied, um den vollständigen Artikel zu lesen!

Du bist bereits Mitglied und verfügst über einen Account? Dann logge dich ein


Bildquelle Titelbild: Fotolia / sunnysky69


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Kontaktdaten durch diese Website gem. DSGVO einverstanden.